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welches sie allen geben sollen, mit denen sie ver¬ 
kehren; endlich durch das eigene Bedürfniss nach 
treuer Freundschaft mit Männern, die eine Gesellschaft 
bilden, in welcher der Mensch nur nach seiner ewigen 
Berufung und nach seiner sittlichen Bildung gewür¬ 
digt wird." u s. w. u. s. w. 
VIII. 
Marbach's Ansichten über Schwesternfeste und 
Sylvesterfeiern und sein Wirken bei denselben. 
Schwesternfeste feiert die Loge Balduin zur Linde 
nur selten, doch haben dieselben stets sehr freundliche 
Anerkennung gefunden und es sind bei Gelegenheit der¬ 
selben verschiedene, noch heute bei der Loge bestehende 
segensreiche Stiftungen in's Leben gerufen worden, so 
durch das Schwesternfest 1821 die Ziehkinderanstalt 
(ein Institut zur besseren Verpflegung meist unehelicher 
bei armen Personen in Pflege gegebener Kinder, jetzt 
unter der hiesigen Armenanstalt stehend); durch das 
Schwesternfest 1827 der Wöchnerinnen-Hilfsverein; 
durch das Schwesternfest 1865 die Töchterstiftung. 
Das erste Schwesternfest der Loge fand im Jahre 1800 
statt; bei dem 100jährigen Jubiläum der Loge 1876 
brachte das maurerische Kränzchen zu Cöthen als Fest¬ 
gabe eine rührende Reliquie, nämlich eine blaue Schleife 
unter Glas und Rahmen und mit entsprechender Inschrift. 
Diese Schleife hatte eine längst verstorbene Schwester in 
Cöthen als Andenken an das von ihr 1800 mitgefeierte 
erste Schwesternfest der Loge Balduin zur Linde in dank-