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hohe Fest der Loge zu einem Freuden- und Ehrentage 
für ihn selbst zu machen gesucht hatten. 
Mit dem Segenswunsche, es möge der Loge im be¬ 
vorstehenden neuen Jahrhundert hammerführende Meister 
beschieden werden, welchen alles das gelinge, wonach 
er selbst zwar ehrlich gestrebt, das ihm aber nur un¬ 
vollkommen gerathen sei, überreichte er der Loge seiner¬ 
seits eine von ihm veranstaltete Sammlung neuerer Logen¬ 
vorträge, welche er unter dem Titel: „An der Säule der 
Weisheit" herausgegeben und, der jubilirenden Loge ge¬ 
widmet hatte. 
Während des ganzen Festes und namentlich auch 
bei der sechs Stunden dauernden Festtafelloge war, 
obschon die Wogen freudiger Begeisterung hoch gingen, 
nicht einen Augenblick die würdigste Haltung der ganzen 
grossen Versammlung ins Schwanken gerathen, auch 
hatte nicht die geringste Störung sich fühlbar gemacht. 
Die musikalische Weihe, welche das Fest unter Leitung 
des Musikdirektors Dörffel erhalten, hatte dasselbe über 
alle Gemeinheit hoch empor gehoben und es zur allbe- 
gltickenden Schönheit verklärt, so dass Marbach als Mstr 
v. St. wohl berechtigt war, in Anerkennung Aller, die 
einmUthigen Sinnes und jeder an seinem Orte selbständig 
handelnd zusammengewirkt hatten, zum Schlüsse darauf 
hinzuweisen, dass in wahrhaft wunderbarer Weise wohl 
allen am Feste Theilnehmenden offenbar geworden sei, 
dass nicht der Zufall, sondern der selbstbewusste in Frei¬ 
heit geborene Geist die Welt beherrsche.