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Namen Christus. Die Juden erkennen nur Jesum von 
Nazareth nicht an als den Christ, aber an den Christ 
glauben sie wohl. Was wir Christen haben in der Zu¬ 
versicht der Erfüllung, das haben die Juden in Hoffnung. 
Eben so wenig wie wir den Juden abweisen von unserer 
Thür, weil er des Christs noch harret und nach ihm 
schmachtet, verscheuchen wir aus derselben den Christen, 
weil er fröhlich ist in Zuversicht, dass die Erscheinung 
Christi eine vollendete Thatsache ist. Wir verlangen nur 
von dem Juden, dass er seinen Messias erkenne als den 
leibhaftigen Sohn des heiligen Gottes, und von dem Christen, 
dass er Gott, der ein Geist ist, anbete, wie Jesus von 
Nazareth selbst von den Seinen verlangt hat, im Geist 
und in der Wahrheit." 
„An jeglichem, der seines Glaubens lebt, wird offen¬ 
bar die Güte des Gottes, an welchen er glaubt." „Wer 
lebt in Wahrhaftigkeit und Rechtschaffenhaft und hat 
ein freundliches, liebevolles und gütiges Wesen gegen 
Jedermann, der ist ein Kind des lebendigen Gottes und 
ob er auch selbst den rechten Namen seines Vaters nicht 
wüsste. Willst du Ehre machen dem Geiste,- dem du 
dienst, so sorge für gute Werke. Das Werk des Men¬ 
schen aber ist an sich weder gut noch schlecht, sondern 
die Gesinnung, aus der es gethan wird, macht es gut 
oder schlecht. Die Gesinnung, daraus alle wahrhaft 
guten Werke hervorgehen, das ist die Liebe. Ist unter 
uns Einer ein rechtschaffener und eifriger Jude, so soll 
er thun, was er vermag, seinen Gott zu Ehren zu bringen 
unter uns, indem er Werke der Liebe thut, denn so 
spricht der Herr durch den Mund seines Propheten: ,Esv 
ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr 
von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe 
üben und demüthig sein vor deinem Gott.1