60 Pfennig, desgleiden dur die Pol bezogen ausfleß. 
üß Beßiekgeld, + + Cinzelne Nummern Loften 10 Pfenalg, 
Tolege.-Ader.: Rreisdlat Julda. + Fornfpsecher Kr. 85. 8 
Druc und Verlag: 7. X. Uth’s Hoffen dsucdesei, fulda, } 
  
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Mittwody den 27. Januar 
  
  
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Erfies Blatt, 
Amtliches, 
Der $ 49 der Bundesratsverordnung vom 25, Ya 
nuar 1915 über 
  
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22088 22 
  
die Regelung 
des Verkehrs mit Srotgetreide und Mehl 
beitimmt: 
„Die Abgabe von Weizen-, Roggen, Hafer- und 
Serjtenmehl im gefhäftliden Verkehr ift in der Zeit 
vom Beginn des 26, Januar bis zum Ablauf des 
31, Januar 1915 verboten, 
Nidt verboten find Lieferung an Behörden, 
öffentlide und gemeinnügige Anftalten, Händler, 
Bäcker und Konditoren.“ 
Nagy S 52 a. a. OD. Fann die zuftändige Behörde 
(Ortspolizeibehörde) Gejhäfte {Hließen, deren Inhaber 
oder Betriebsleiter fidh in Befolgung der Pflichten unzu- 
verläffig zeigen, die ihnen. durd) die vorerwähnte Berord- 
Kung oder die dazu erlaffenen „Ausführungsbeftimmun- 
gem auferlegt find, 
Die Ortspolizeibehörden haben für Durghführung 
des Verbhotes ftreugfiens zu {orgen. Nebertretungen find 
mir zur Anzeige zu bringen. 
Tulda, den 26, Januar 1915. 
Der Landrat, Frhr. v. Doernberg. 
Bekanntmachung betreffend 
die Befhlagnahme des Brotgetreides 
Durch BeldhIuß des Bundesrat8 vom heutigen Tage 
it die Bejcdhlagnahme aller Brotgetreide- und Mehlvor- 
väte für das gefamte NReichsgebiet angeordnet worden. 
Xn Privatbefig verbleiben außer Heineren Mengen unter 
einem Doppekzentner und außer Saatgut nur foldhe Bor- 
räte, die in landwirtfhaftlichen Betrieben zur Srnäh- 
rung der in ihnen befGäftigten Perfonen erforderlich find, 
Das gefamte Brotmehl wird auf die Kommunalverbänfe 
nach dem Verhältnis der zu verforgenden Bevölferung 
verteilt werden; die Kommunalverbände werden den Ver- 
fauf der ihnen überwiefenen Vorräte an ihre zu Derfot- 
genden Einwohner fo regeln, daß jedermann eine ent: 
Irredhende Menge von Brot und Mehl erwerben kann 
‘nd daß andererfeit® die Vorräte bis zur nächiten Ernte 
im Hocdifommer voll ausreichen. 
Inder erften UebergangsSzeit werden {ih Unregelmä- 
igfeiten in der Brotverforqung naturgemäß nicht aqamz 
vermeiden Iaffen, fie werden aber bald und jidher übermun- 
den werden. 
Daß die angeordnete Maßnahme weit tiefer in das 
'virt/chaftlidhe Leben unferes Volkes eingreift, al8 alle an- 
beren bisher vom Lundesrat während des Krieges getrof: 
tenen wirt/Haftliden Anordnungen, unterliegt Feinem 
Hiveifel. Sie ift aber geboten, um eine ausreichende und 
uleichmäßige Ernährung unferes Volkes mit Brotgetreide 
518 zum Erdrufjh der neuen. Ernte fiherzuftellen, und {ft 
Lamit eine {taatlidhe und nationale Lebensnotwendigkeit. 
Die bisherigen Maßnahmen haben id nicht als 
ausreichend ertwviefjen, einen. {parjamen Verbraucg unferer 
an fich zwar durchaus ausreichenden, aber doch immerhin 
heichränften Brotgetreidevorräte zu gewährleiften. Ins: 
bejonders8 haben fie nicht vermocht, eine Verfütterung des 
rotgetreides wirkfam zu verhindern. Zur Srreichung 
Dr Yiele8 blieben nur zwei Wege: entweder eine ganz 
außerordentliche‘ Erhöhung der Brotgetreidepreife, deren 
‚Itarfer Druck den Verbrauch eingefdhränkt und namentlics 
Die Verfütterung ausgefhloffen hätte, oder die Befchlaa- 
Nahme aller Brotgetreidevorräte und ihre Verteilung an 
die Rommunalverbände nach dem Verhältnis der zu er: 
Töhrenden Bevölkerung. Um dem deut{dhen Volke in der 
Oriegs8zeit eine weitgehende Verteuerung des Brotes zır 
eriparen, haben die Bundesregierungen fich für den 3iDei= 
ten Weg entfchieden. 
Die getroffene Maßnahme gibt ung die Sicherheit, 
Daß der lan unfjerer Feinde, Deutfehland auszuhungern, 
‚Vereitelt ijt; fie gewährleiftet un&. eine ausreidende Brot: 
  
  
ernährung bis zur neuen Ernte; fie macht unfer Land 
aud) in diefem wirtjhaftliden Kambpfe unbefieglich. 
Die unbedingt notwendige genaue und zuverläffige 
Wusführung der VBundesratsverordnmung. wird an die 
Staats: und Kommunalbehörden, inbefondere auch an Die 
bewährten Organe unferer Selbitverwaltung aroße Anfor- 
perungen {tellen. Wir hHegen das Vertrauen zu den VBe- 
hHörden aller Verwaltungen und zu jedem einzelnen Be- 
amten, daß fie fih, aud foweit jie nicht vermöge ihres 
Amtes zur Mitwirkung berufen find, mit allen Kräften 
tür die Durdhführung der großen Aufgabe einfeben und 
der Bevölferung mit Rat und Tat zur Seite {tehben wer= 
Ten, Der willigen Mitarbeit aller Kreife unferes Volkes 
umd feiner wirt{dhaftliden Organifationen find wir ge- 
niß. Deder einzelne wird fih vor Augen Halten, daß die 
gewiffenhaftefte Befolgung der Anordnungen über die An- 
qube feiner Vorräte, über das unbedingte Unterlaffen 
jeder Verfütterung von Brotgetreide u{w. eine ernfte und 
heilige Biliht gegen das Vaterland i{t. deren Verlebkung 
ibm — ganz abgefchen von der ehrenrührigen Sefäng- 
nm’ ?{trafe — eine fAiwere fittlide Schuld aufbürden mürde. 
Demgegenüber muß jede Rückficht auf Lebensgemohnhei- 
ten und perfönlide Intereffen zurücftehen. 
Der vaterländijde Geift und der felte Wille zum 
Siege, die fh in ujerem Volke in diefer gewaltigen Zeit 
in To erhebender Größe offenbaren, geben un8 die Gewiß- 
heit, daß jeder Mann und jede Frau im engeren und wei: 
teren Vaterlande au hier gern und opferfreudig ihre 
Schuldigkeit tun werden. Wie unfere todeSsmutigen Trup- 
pen draußen auf der Walitatt, fo wollen und werden auch 
mir Daheimgebliebenen zu unferem Teil den großen 
Sam um des Reiches Beitand und Chre fiegreidh Ddurch- 
Lalten. 
Berlin, den 25, Sanıtar 1915. 
Das Staatsminifterium. 
von Bethmann Sollweg. Delbrück. 
VBefeler. von Breitenbach. 
von Trott zu Solz. Hreiberr von Schorlemer. 
Lenbe. von Qoebell. Kühn. von Yagom. 
Wild von Hohenborn. 
von Tirpik. 
€ydomw, 
  
Borftehende Bekanntmachung bringe ih hiermit zur 
öffentlichen Kenntnis. 
€ it Chrenpflidt eines jeden Beteiligten, an Ser 
Hrengen Durchführung der getroffenen Anordnungen 
in jeder Weife mitzuwirken. 
Sulda, den 26. Sanuar 1915. 
Der Landrat. Kreiberr von Doernbera. 
Raifers Geburtstag. 
Die Rononen donnern Salut. 
Anders ijt e$ ın diejem Yahre wie forft am 27. Xa- 
nuar. Bor Lem alten Hohenzollernfchloß an der Spree 
jubeln nidt Taufende dem Kaijer zu, denn der Monarch 
ijt fern. € fehlen die Karoffen, die die Hüriten und Her: 
ren zur Beglücwüunfchung heranführen, und über dem 
Volfksleben im Deutfchen' Keiche Liegt der Ernit der RArieags- 
  
zeit. Becherfhiwingen und Aingen, Mufik und Tanz müf= 
jen fich bejdheiden, der Kriegsgott geht durch die XQZanDe. 
Aber wir neigen nicht bedrüct das Haupt, denn ihm zur 
Seite jchreitet die Viktoria, die dem Kaifer als Angebinde 
den Ehrenkranz überreicht, der fidh zum vollen Siegeslor- 
beer einft geftalten wird., Ein donnerndes Hurra ıunjerer 
Heldgrauen, herzlide Winidhe der Daheimgebhliebenen del: 
ten dem Herricher, dem jtatt des friedlichen Szepters die 
harte Zeit das blanfe Schwert in die Hand rückte, unD 
die Kanonen fcdhießen Salut! 
Die Gefchlübe donnern Salut, Aber nicht wie ein 
in den friedlichen Ladungen, heute ift.e8 Iharfer Ernit. 
Zu Lande und zu Wafjer, in der Tiefe und in den Lüften 
haben unjere Waffen, eine beredte Sprache gefprocdhen und 
unferen Gegnern mit Schrift und Stahl die Wege geible: 
jen. Gerade zum 27. Yanırar Haben ftolze Schiffe unferer 
Schlachtflotte, die des Raifers eigen{te Schöpfung it, mie: 
der den Kampf mit den Briten aufgenommen und ihnen 
ihre Züchtigofeit gezeigt, während zu Lande unfere Wal 
fen ftetig weiter vorangetragen wurden. Mit dem RKaifer 
haben die Deutfhen nicht im Reiche allein, fondern aut 
der ganzen Erde ihre Jreitde an Ddiefen Waffentaten, und 
aud) die im. Feindesland feltgehaltenen Landesgenoffen 
dürfen diefen Tag als einen foldhen der nationalen Chre 
begehen. 
Mit dem Abfchluß diefer Woche haben: mir ein halbes 
Jahr RAriegs$zeit, für den 1. Mıguft des Vorjahres galt 
Die Einzüdungs- Gebühren betragen für den 8 
Speltzeile 15 Pfennig. Anpreifungen die Zeile 25 Pfennig. 
8 
  
  
  
  
Raum einer 
$ür die an der GefdHäßsfielle zu esteilende Ruskunk oder Ans 
nahme von Kheiftlidhen Angeboten werden 25 Pfennig berechnet. 
Plas- und Datenverfhriften ohne Derbindlichteit, 
Derantwortlider Schriftleitee: Zeo th, Fulda. 
SIIILLILNLT SEIT 
& Cz> SU EPSSSE - 
1915, 
der Beginn der von dem Oberhaupt des Reiches angeord- 
neten Mobilmacdhung. Nicht viel geringere Zeit verweilt 
der. Katjer im Felde, wo fich in diefer Frijt eine tapfere 
Zat an die andere gereiht hat, E83 hat nicht an. Hoffnun- 
gen gefehlt, daß in einer Reihe von glorreiden Feldjchlacdh- 
ten der Feind zu Boden geworfen fein würde, aber den 
Charakter des Krieges hat fi geändert; die Verlufte, dre 
jet ıumfjeren Gegnern zugefügt wurden, zermürben und 
jind nit {jo bald wett gemacht. 1870 hatte der Krieg 
Mitte Iuli begonnen, am 28, Sanıuar 1871 Kapituliertre 
Laris. Heute hat der Feldzug nad drei Hronten feine 
Dauer hinausgefhoben, aber wir erreichen, wa8 wir er- 
reichen miüffen, fein Stein ijft im Gebäude unjerer Araft 
gelodert. . . 
Wonach der deutfdhe Kaifer nie geftrebt Hat, das if 
er heute, der erite Mann in der Welt, zır dem alle Deut- 
idhen vertrauend auffchauen, den die Neutralen ehren und 
unjere Feinde fürchten. Unfere Hriedensliebe Haben 
Deutichlands Gegner nicht gemürdigt, fie werden die deut- 
ide Wilensfraft, wie fie in dem Kaifer. fich verförperft, 
anerfennen miüffen. Der Kaifer felbit hat e8 zu wieder 
holten Malen ausgefprocdhen, daß e8 für un8 Fein BZurüd- 
weichen gibt, daß durdgehalten merden muß, und an eine 
Kaijers Wort joll man nidht deuteln. In unerreidhten 
Größe ftellt fih heute die Eintradht zwifdhen den deutfhen 
yürften und dem deutfhen Volfe dar, und der Wille zum 
Siege ift dur Migachtung aller Todesgefahr befiegelt 
morden. Das deutfche Volk Hihrt feine Weltmiffion aus, 
und die rechte Straße zu Ddiefenm Biel fidhert ihm fern 
Kaifer. ; 
Kein einziger feindlidher Stgat hat heute einen natio= 
nalen Führer, der Hand in Hand mit feinent Volke geht. 
Wie wenig die KRuffen von ihrem Raren „Nikolaus Halten, 
it befannt, üker den Georg von England find in offener 
VarlamentSfibung recht un/döne Worte gefallen, und über 
den Pröfidenten Poincaree wigeln die Barifer Zeitungen. 
Die Franzofjfen fehen e8 heute deutlich, dak die republita- 
nifdhe Staat8form noch lange Feine ale3 bezwingende Be- 
yeifterung auszulöfen vermag. So {teht heute das deut: 
ihe Reich mit feinem Raifer an der Spike aroß da, un® 
bie Einiqung feiner Viölfer zu diefem Kriege hat au 
Defterreichs areifer Gerricher erlebt. Unfer Recht wird 
den deutjdhen Raifer und fein Wolf zum Siege Führen. 
57. Jahrgang. 
       
  
     
Gin Gedenfkbhlatt. 
GErlafß des Kaifer8 zum 27. Fanuar. 
W. Berlin, 27. Januar. (Amtlih.) Folgender 
Allerhöüchfter Grlaß wird hiermit zur allgemeinen Kennt» 
nis gebracht: . 
„Ih will den Angehörigen der im Kampfe wm Die 
Verteidigung des Vaterlandes gefallenen Krieger des 
preußifhen Heeres in Anerkennung der von den Vera 
eiwvigten bemiefenen Pflicdhttreue his zum Tode und im 
herzlidher Anteilnahme an dem {Hwmerem Verluft ein Ges 
denfblatt nad) einem mir vorgelegten Entwurf verleihen, 
Das Kriegsminifjteriumn hat das Weitere zu veranlaffen. 
Großes Hauptquartier, 27, Yannar 1915. 
(gez.) Wilhelm R. 
(gegengez.) Wild v. Hohenborn,“ 
  
Mitteilung der oberfien Heeresfeitung. 
W, Großes Hauptquartier, 26, Januar. (Anıtliches 
Telegramm.) BWeftliher Kriegsfhauplag, Der Feind 
nahır geftern wie gewöhnlid Mittelferfe und Weftende- _ 
Bad unter Mrtilleriefener, Cine größere Anzahl Sin= 
wohner i{t durch diefes Feuer getötet und verlegt worden, 
darunter der Bürgermeifter von Mittelferfe. Unfere Ber: 
lufte waren geftern ganz gering. 
Beiderfeits des Kanals von La Balfee griffen unfere 
Truppen Stellungen der Engländer an. Während der 
Angriff nördlich des Kanals zwifdhen Givendy und Kanal 
wegen {tarfer Zlankfierung nicht zur Wegnahme der eng: 
lifden Stellung führte, hatte der Angriff der Badener 
{üblich des Kanals Erfolg. Hier murden die englifdem 
Stellungen in einer Frontbreite von 1100 Meter im 
Sturm überrannt, 2 ftarfe Stügpunkte erobert, 3 Ofi- 
xiere, 110 Manny gefangen genommen, ein Gefhüß und 
3 Majchinengewehre erheutet, Die Engländer verfuchten 
vergeblich, die von uns fofort für unfere Zwede ausge- 
bauten Stellungen zurüdzuerobern, wurden aber unter 
fOweren Berluften zurücdgefehlagen. Unfere Berkufte find 
verhältnismäßig gering. . 
Auf der Höhe von Craonne füdöftlih Laon janden 
für unfere Truppen erfolgreige Kämpfe (tatt. Yu Süd-