WESTSEITE STETTEN 
Bezugsse 
  
STETTEN + st 
Yr. 27. 
SELTEN 
Erfheint täglich mit Ausnahme der Sonnm und Felestage, 
Dfeis: Monatlig mit Ilnfisiertem Sonntags-Stiak 
60 Dfennig, desgleiden dued die Poft bezogen ausfließ- 
US Beßeligeld, + & Cinzelue Nunumeen Loflen 10 Pfennig, 
Teolege,-Adı.: Kreisblatt Juida. + Sernfpreder Ar. 85, 
Drue und Verlag: 7. EZ, Mth’s Bofbuchdeuckaral, Sulda. 
y09 0000000 
  
  
es: 
  
USE 
s40s 
+ .00000400000 0400000004 
  
* 
UWE 
  
  
  
3 Die Einrädungs- Gebühren betragen für den Raums einer 
Spaltzeile 15 Pfennig. Anpreifungen die Zeile 25 Pfennig. 
Für die an der SckhHäßsfielle zu erteilende Auskunft oder Ans 
nahme von Kheiftliden Angeboten werden 25 Pfennig berechnet. 
Plass und Datenvorfhriften ohne Verbindlichkeit, 
Verantwortlicher Schriftleiter: Zeo Uth, Fulda. 
  
00000000 
  
  
- 
  
- 
Sreitag den 29. Januar 
  
Amtliches, 
Bekanntmachung, betreffend vorübergehende Srleidhterung 
der Unterfudhung von Schlachtvieh, 
Vom 21. Januar 1915, 
MNırf Grund. des 8 3 des GefebesS über die Ermäch 
tigung des Bundesrats zu wirtidhaftliden Maßnahmen 
arjm. vom 4. Augarft 1914 (RNeichS-Gejegblatt Seite 327) 
Hat der Bundesrat heihloffen: 
Nach Anordnung der Landesregierung darf für 
die Dauer des gegenwärtigen Krieges von der im $ 
1 ’Nbiagß 1 des Gefege8, betreffend die Schladhtwvieh- 
amd Seildbelcdhau, vom 3. uni 1900 (ReidhS-Sejeb- 
blatt Seite 547) vorgejcdhriebenen Unterfuchung vor 
der Schlachtung bei Rindvieh, Schweinen, Schafen, 
Ziegen umd Sunden abgejehen werden, Jofern die Un- 
terfuchung nad) der Schladhtung Durch TZierärzte 
erfolgt. 
Diefe Beitimmung tritt mit dem Tage der Verkün- 
dung in Kraft. 
Berlin, den 21. Januar 1915, 
Der Stellvertreter des ReichsStanzlers. 
Deklbrücd. 
  
Voritehende Bekanntmachung bringe ih hiermit zur 
Sffentlidhen Kenntnis, . 
Hulda, den 26, Januar 1915, 7 
Der Landrat. Frhr. v. Doernbherg. 
Den Herren Blirgermeiftermn und SutSvoritehern wer- 
den in den nächiten Tagen die feftgefebten Verzeichniffe 
bes BeitandeS an Vferden und Rindvieh am 1. Dezember 
1914 zugehen. Die Verzeichniffe find alsbald an die Ge- 
meinderechner mit der Weithung abzırgeben, die feitgefeß« 
fen Viehfeucdenabgabenbheträge von den Viehbefibern fo=. 
fort zu erheben und den nady Wbzurg der Hebegebüihren 
verbleibenden Betrag an die Landesrventerei in Fulda 
in den im laufenden Monat ftattfindenden Srtlihen 
Branditeuer-Srhebungstermin abzuliefern. 
Befonder8 mache ih noch darauf aufmerkfjam, Daß 
die Beträge im RKecdhnungshuch und in der Gemeinde- 
Kechnung für 1914/15 umter den durchlaufenden Poften 
in Einnahme und in Mu8gabe nacdhgemwiefen werden 
müiffen. In der Spalte „ZahHlungszeihen“ i{t die Num- 
mer des Redhnungsbuchs einzutragen. 
Hıurlda, den 14, Januar 1915. 
Der Landrat: Frhr. v. Doernbhera. 
Ertrablatt-KHachrichten 
Mitteilung der oberften Heeresteitung. 
W. Großes Hauptquartier, 28, Januar, (Amtliches 
Telegramm.) Weftlidher KXriegsfjhaupkag. An der flan- 
derifhen Küfte wurden die Ort{dhaftem Mittelferfke und 
Siype von feindlider Artillerie befhoffen, Auf den Cra- 
onner Höhen wurde dem Feind weiter an die vorgefjtern 
eroberten Stellungen, ftlidy anfohliefpend, 500 Meter 
Schügengräben entriffen. Franzöfifhe SGegenangriffe 
wurden mühelos abgewiefen. Der Feind hatte in den 
Kämpfen vom 25. big 27, Januar [hwere Verkufte, Über 
1500 tote Franzofen lagen auf dem Schlachtfelde; 1100 
Gefangene, einf{dließlidh der am 27. Januar gemeldeten, 
fielen in die Hände unferer Truppen, 
In den Bogefen wurden in Gegend Senones und 
Ban de Sapt mehrere franzöfifde Angriffe unter erheb- 
liden Berkuften für den Feind abgefdhlagen. 1 Offizier 
und 50 Franzofen wurden gefangen genommen. Unfere 
VBerkufte find ganz gering.‘ 
In Oberelfaß griffen die Franzofjen auf der Front 
Niederasbach-—Heidweiler und am Hirzbadher Wald an. 
Neherall wurden die Angriffe unter [hweren VBerluiten 
für die Franzofen abgewiefen, Befonderg {tarf waren 
ihre Verlufte füdlih Heidweiler und füdlih Ammerzweiler, 
wo die Franzofen in Auflöfung zurücwichen, 5 franzö- 
file Mafchinengewehre fielen in unfere Hnäde, 
Deftlidher Kriegsfdhauplag. Unbedeutende feindliche 
Angriffe nordöftlih Gumbinnenm wurden‘ abgewiefen, Bet 
Biezun, nodöftlid Sierpz wurde eine ruffifhe Abteilung 
zurücdgefdhlagen. 
  
Der Welt-Krieg. 
Don der Weft-Srenze. 
GSine Anfprache des Kaifer8 an die 
Kriegsberichterftatter. ) 
Berlin, 28. Jan. Außerordentlidh gnädige und hHıuld- 
volle Worte richtete der Monarch, wie {Hon Kürzlich er-= 
wähnt, bei der Gratulation im Hauptquartier an die eben 
Fall3 anmejenden Kriegsberichterftatter, Seine Majeftät 
Jagte — mie der Lokalanzeiger berichtet — wörtlich: 
„Suten Movgen, meine Herren! Ih made ihnen 
Mein Kompliment. Sie fchreiben ja famoS. Ich danke 
Ihnen dafür. Sie leiften Vorzüglidhes, und ih leje Ihre 
Mrtifel Ihr gern. Shre Berichte Haben einen hohen pa- 
triotifchen Schwung; e8 ijt von großem Werte für unjere 
Leute im Schüßengraben, wenn wir ihnen jolde Sadhen 
Ichicenr Fönnen. Und noch eins, merfen Sie fichy das 
meine Serren: „Mein Grundjabg audy Für Ddiefen Krieg 
ift das Wort des alten John Anor, des KeformatorS von 
Schottland: „Ein Mann mit Gott ift immer in der Mayo- 
zität“. 
Berlin, 28, Yan. Eine Neuheit der Kriegstechnik, 
von der für den weiteren Fortgang des Krieges noch jehr 
viel für un8 zu erwarten ijt, wurde in einem LQidhtbilder- 
vortrag dem Kaijer im Großen Hauptquartier vorgeführt. 
Noch in der elften Aendftunde begab fich der Monarch 
nad) einem feiner Villa benacdhbart LKiegenden Haufe hin- 
über, wo an einem Vergrößerungsapbarat ein junger 
Offizier in arg mitgenommenem Feldarau Dieje neue, 
wichtige und für die Kriegführung Hilfreidhe Sadhe er- 
$ärte. Der Kaifer ftellte fortwährend mit rafden Inap- 
pen Worten Zwifchenfragen, die der Vortragende fAnelNl 
beantiwvortem Konnte. AIS der Vorirag zu Ende var, trat 
der Kaifer zu dem jungen Offizier, reichte ihm die Hand 
und fagte: „Ich danke Ihnen! Das ift eine gute Sache! 
Glauben Sie, daß unz die Franzojen daS nachmachen 
fönnen?“ Der junge Offizier in dem verwitterten Feld- 
grau lachte und antwortete: „So fHnell nicht, Majejtät 
wir haben das jebt erft gefunden.“ Natürlich entzieht fidh 
vorläufig der Kenntnis der Allgemeinheit, um weldh wich 
tige Sacdhege8 fich hier handelt. 
Der König von Bayern auf dem Kriegsfhanuplak. 
München, 28. Yan... Der König hat ih Heute Früh ın 
Begleitung des KriegSsminiijter8 zur etwa vierzehntägigem 
Aırfenthaki nad dem weitlidhen KXriegsidhauplak begeben. 
Die Kämpfe auf dem Höhen von Cravune. 
wtb. Berlin, 28. Januar. Während fich ıunfere 
Truppen bereit {üdlidh der Höhe in den eroberten Stel- 
lungen einrichteten, murde der Hligeleingang umftellt und 
unter Gejcdhlüßfener genommen . E€3 wurde Mitternacht, 
bis fih die hier eingefidloffene Bejabung von rund Ddrei- 
Hundert Röpfen ergab. Auf dem linken Angriffsflügel 
dauerten die Kümpfe bis zum 26. Januar, 5 Uhr mor- 
gen8, fort. Zu diejer Stunde war auch hier der Wider- 
Itand des Feindes endgiltig gebrochen und der Angreifer 
auf einer Fronthreite von 1500. Metern im Befibe des 
von ihm geftecten ZieleS: der drei fFranzöfijdhen Linien. 
Siünf- Offiziere, 1100 Mann, adt Majcdhinengewehre, ein 
Scheinwerfer und ein großes, in der Höhle untergebracdhtes 
LPionierdepot waren in deutfidhe Hände gefallen. Was von 
den  franzöfiiden Verteidigern noch entfam, flüchtete am 
Hang hinab und arıub fidh dort ein, den Deutichen num 
mehr die Hochfläche und damit. ausgezeichnete neue Stel- 
lungen überlaffend. Bei den franzöiichen Gefangenen 
umd Toten — die Zahl der lekteren wird auf mindeftenS 
1500. geidhäßt — wurden. die Nummern der Regimenter 
18, 34, 49, 143, 218 und 249 feftgeftellt, Sie gehören 
zırm 18. Armeekorps., Der zum Teil den Pyrenäen ent- 
jtammende Erfjak hat fih in der Verteidigung {ehr tapfer 
gefdhlagen, aber audy er vermochte der unvergleichlichen 
Mngriffsheit und Tapferkeit unferer Truppen auf die 
Dauer nicht zu wiberftehen. 
Der franzöfifjhe Tagesheriht, 
wtb, Paris, 28, Yan. (Nicdhtamtlich.) Amtlidher Be- 
richt vom 27. Xanıtar, 3 Uhr nachmittags: In. den Ab- 
jOhnitten Nienport—Ypern finden Artilleriefämpfe ftatt. 
Fin deutihes Flugzeug wurde innerhalb der Linien der 
belgifcheir Armeen heruntergefdhoffen, Nadı Erflärungen 
Gefangener mar e8 nicht ein Bataillon, jondern eine Bri- 
gade, welche am 25. Yanızar unfjere Schhübengräben Sftlid) 
48 Jahrgang, 1915, 
itand vo anderthalb Bataillonen. E3 beitätigt [id Daß 
bei Xa Laoffee, Civendy und Cuindhy die Deutjcdhen geftern 
eine große Schlappe erlitten. Allein an der Straße La 
Bafiee—Lethune wurden die Leiden von fedhS Offizieren 
und 300 Mann gefunden. Die Gefamtverlufte der Deut- 
{hen beirugen demnach fFidherlih den S{jfektivbeltand von 
mindejtens zwei Bataillonen, Zwijdhen der XyS und Soi]- 
jon8 fanden. Artilleriefämpfe Itatt. Sm Gebiet von Cra- 
onne Gehunhteten wir die Schübengräben, welde wir durdy 
Gegenungriffe wiedergewonnen haben. Im Gebiete von 
Rerthes, Höhe 204, wurden heftige feindlidhe Angriffe zu- 
rücgewiejen. In den Argonnen, dem Gebiet St. Hu: 
bert, wurde ein deutjdher Angriff durch die Franzöfifdhen 
Bajonette zurücgeworfen. In St, Mihiel zerftörten wir 
die neuen Stege des Feindes über die Maas. In Lothrins 
gen und den Vogefen verlief der Tag ruhig. . (Anmerkung 
des Wolffihen Büros: Der Verluch, die Erfolge der Deut: 
iden Weften in Schlappen umzudidhten, wird fanm in 
Hrankreich Jelb{t gläubige Seelen finden.) 
Im Sundgau. 
wib. Oberit Müller IhHildert in der „Neuen Zürich 
Zeitung“ die überaus mütenden Kämpfe im Sundaau, 
namentlich um die Höhe 425 weitlidH von Sennheim, 
Er bemerkt zu der Einjdhäbung der Feinde: Die DYDeut- 
idjem zollen namentlid dem Franzöfijghen Alpenjägern 
Qob. Ihrer gewandten und tapferen Haltıma fehlt die 
zühe Musdauer, al8 der Erfolg nicht jogleidy dem An- 
griffSfeıer ent{pracdh, eine Ericheimung, weldhe von den 
deutfchen Frontoffizieren auch an anderen Stellen feft- 
geftellt wurde. Schr günftig lautet im allgemeinen das 
Urteil über die franzölijhen Offiziere, über die ih aus 
dem Munde deutidher Offiziere oft genug Worte der hHöüche 
Item Anerkennung hörte. Die Ausbildung der Iruppe, 
ihre Joldatifche Haltımg umd Ausdauer feien verfdhieden. 
Die aus älteren Leuten beitehenden Territorialtruppen, 
weldhe jekt vielfad auch als Gefechtstruppen in der Front 
verivendet werben, werden deuticherfeit8 nicht bejonderS 
hoch eingefdhäßt. Inanbetradht der Jehr Ihwer anzıugreis 
fenden: beherr{dhenden franzöfifidhen Stellungen muß die 
Wiedergeiinnung des Sftlidhen Teiles der Höhe 425 al8 
ein jhöner taktijdher Erfolg und eine rtühmlide Waffen: 
tat bezeichnet werden. Schwierig geftalten fich für Die 
Franzojen in diefem Gelände die tlicfwärtigenm Verbin- 
dungen und damit die Verpflegungsverhältniffe. Da 
Weflerlinger Tal bietet feine großen Hilfsquellen mehr, 
der Transport über die VBogejen erfordert einen ftarken 
Verbrauch an Kräften und Zeit. InSbefondere jei es 
mit der Verpflegung der KWeineren detadhierten Moteikun- 
gen im Gebirge IHlimm Bbeitellt. Aber auch die zwifcden 
Thann und Sennheim ftehenden franzöfijchen Truppen- . 
teile Icheinen 1ıunter Verpflegunagsmangel zu leiden. We- 
niglten8 fahen die bei Sennheim gefangenen Franzofjen 
abgemagert aus und Maaten. über Hunger. 
Hranzofen Hinter der Front. 
Berlin, 28. Janıar. Das „Berl. Tgbl“ meldet aus 
Bajel: Ein Artikel von Descaves im Barijer „Journal“ 
beitätigt, daß Taufende von franzöfijhen Soldaten hinter 
die Front gebracht werden mußten, weil fie den Anitren- 
gungen nicht gewachfen waren, Da die Musftattung der 
Depots ungenügend it, wird das Publikum aufgefordert, 
Seld dafür zu wenden. 
Der ungetreue Oberzahlmeifter, 
Paris, 28, Yan. Die Verhaftung des franzöjijchen 
Oberzahlmeifters Desclaub, der die Stellung eines Mas 
jor8 im franzöfiidhen Heere einnahm, und feiner Freun- 
Din, einer Sfterreicdhifdhen. Modiitin, erregt ungeheueres 
Muffehen, Desclaud, der im Minifterium Caillaur Ka 
binettSfefretär des Miniiterpräfidenten mar, wird befchul- 
digt, die Auslandapreife gegen den jebigen Minifterpräfi- 
dentem Viviani beeinflußt zu haben. Ferner wird er 
befchuldigt, Pakete mit Lebensmitteln und anderen Sa- 
chen der Armeeverwaltung an feine Freundin nad Paris 
gefandt zu haben, und ein Soldat fagt aus8, daß er wös 
chentlich zwei bi8 Hreimal von Desclaud mit einem Paket 
zu der Dame gefandt worden fei. Die Anklage gegen 
die Dame, eine geborene Defterreidherin, die in Paris ein 
bedeutendes Modewmarengefhäft betreibt, jei jedoch an- 
derer und [Hmerer Natur (Landesverrat?) Na dem 
cn Nachrichten wurde die Dame mieder in Freiheit 
gefebt. 
Armer „Selair“. 
Paris, 28, Januar. Der „Eclair“ ij von den Zen 
jurbehörten davon benachrichtigt worden, daß diefe Bes 
  
  
In Bolen fonit feine Veränderung, 
  
  
Nern anoriff, Der Teind verlor hierbei don Sifektivbe- 
hörden weaen eine8 Icharfen Artikels aeaen die Zenforen