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— Ar. 38. 
Amtliches, 
Die FJoriten im Dienfte der Bolfsernährung. 
Bei der Durchhaltung unferer VBiehbeftände, die Dem 
Landwirt bei der jebigen- Anappheit und Teuerung der 
Futtermittel etmnite: Sorge bereitet, fönnen: die-Waldbhe- 
jiker dadurch mithelfen; daß fie die Entnahme von Wald- 
fire umd ‚den Eintrieb -von Rindvieh und CHivei- 
nen in ;ihven Waldungen. fFreigebig geftatten. Die 
Streutnubung ermöglicht: e8, das Stroh ‚als KRauh= 
futter, für: die Pferde und Rinder einzujparen. 
Der! Vieh-Eintrieb  erfebt Futter. und Weideland. 
Zur Winterzeit Lommt er nur für Schweine in ZIrage, 
CHEN er: in Cihenwaldungen jogar zur Malt dienen 
Kann; 
Sn den Kreifen der ländlidhen Viehbefiker {heint 
e8 noch nicht genügend bekannt zu fein, daß der Staat 
jeine Forften bereitz bald nach dem. KriegsausShruc) für 
diefe Zwecde geöffnet hat: Die Regierungen find von dem 
Landwirtichaft&minifter ermächtigt worden, während des 
Krieges in möglihit weitem Umfange Walditreu aus den 
Staatsforiten abzugeben und den Sintrieb von KRindvieh 
und Schweinen zuzulaffen, foweit dies mit den forftiwire- 
Ihaftliden Fntereffen irgend vereinbar ift. Die Ent- 
Ihädigung ift gegenüber den Friedensjägen erheblich er- 
mößigt, bei bejonderer VBedürftigkeit des Viehbefikers 
Kann auf fie‘ gänglidh verzichtet werden. Namentlich ijt 
au dafür geforgt; daß die mafjttragenden Waldbheftände 
für die Schweinehaltung durch den Eintrieb der Ziere oder 
dur SEinfjammeln der Sicheln in umfangreidher Weije 
unugbar gemacht werden Können. 
Bei diejer Gelegenheit jei ferner erwähnt, daß der 
Landwirtfhaftsminifter die Staat8forften audy zur Ver- 
mebhrung des Anbaues von Feldfrüchten, namentlich von 
Kartoffeln, zur Verfügung geftellt Hat. Hierzu dürfen 
zur - vorübergehenden Jandiwvirtfhaftlidhen. Nırbung geeig- 
nete ..Schlagilächen oder fonitige . zur Yufforitung be- 
{timmte Slächen, fotwveit fie zur Zeit ungenukt find, unter 
näher feitgejebten Bedingungen — bis zur Dauer von 
drei Yahren — gegen geringes Entgelt verpachtet und 
gegebenenfall8 jogar unentgeltlidh ‚überlaffen werden. 
Landwirte, deren Betriebe in der Nähe von Staat 
forften liegen, jowie die fonft in Frage Fommenden länd- 
Lidhen. Bebölferungsfkreije mögen ji hiernad) mit ent- 
{prechenden SGehrchen an. die Forftbehörden wenden. 
Wenn die. Eigentümer - der fommanalen und der 
Anitaltswaldungen jowie die Vrivatforftbefiker dem Bei- 
{piel des Staate8 zahlreich folgen, #t zu hoffen, Daß auch 
diejes „Feine Mittel“ unjerer Bolksernährung zu Nut 
und aunferen Feinden, die ung aushungern möchten, zum 
Tritb gereichen wird: 
Den vorftehenden, von dem Herrn Minifter für Lands 
wirt{haft, Domänen und Foriten herausgegebenen  Yıtf- 
faß bringe ich hiermit zur Sffentliden Xenntnis, 
Hulda, den. 2, Februar 1915, 
Der Landrat: Frhr. v. Doernbherg. ; 
Ertrablatt-Nachrichten 
Mitteilung ver oberflen Heeresleitung. 
W. Großes Hauptquartier, 10. Februar. (Amtliches 
Telegramm.) BWeftlidher. KXriegsidhauplats. Abgefehen 
von FMeineren Erfolgen unferer: Truppen in den Argon: 
nen, am Wefjtabhang der Bogefen bei Bar-de-Sappe und 
im Hirzbadherwalde ijt nichts zu melden, . 
Deitliher Kriegsfdhatplag. Die vereinzelten Ge- 
fecdhte an der oftpreußifdhen Grenze entwickelten fih hie 
und da zu Kampfhandlungen von größerem Umfang: Ihr 
Merlanf {ft überall normal. In Polen rechts und links 
der Weichfel find Feine Veränderungen eingetreten, 
Der Welt-Rrieg. 
Der Seekrieg, 
* Englifdhes Schiff mit Befagung verloren. 
„Anterfecboot vermutet.“ 
Amiterdam, 10. Februar. (ctr, bin.) Der „Nienwe 
Rotterb, Courant“ vermutet folgenden Grund für das 
Ausbleiben aller Kabelnadhridhten aus England über 24 
  
  
Erfheint tägliH mit Ausnahme der Sonn- und Seiertage, 3 
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Donnerstag den 11. Februar 
   
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Stunden: In fetten Lettern {teht im Aushängebogen der 
| „Times“, den der „Nienwe Rotterdamfhe Courant“ ge | 
iternm Abend erhielt, die Zeile: „Englifdhes Schiff mit 
Bejagung verloren; Unterfechoot vermutet.“ In der 
gleidhzeitig angefommenen „Times“ felbjt it darüber 
aber Fein Wort zu finden. 3 liegt-die Vermutung nahe, 
daß Die englifde Handels. oder Kriegsmarine einen Ver- 
Iuft erlitten Hat, der im Zufammenhang fteht mit dent, 
Stillfhweigen Neuters. SE fällt auch auf, daß die fran> 
zöfijdhe Gefandtfhaft im Haag geftern Feinen Bericht aus- 
gegeben hat, 
Englands Faggenmifbrauch. 
. tb. Stofholn, 10. Febr. Die Reederei Svithiad 
beichloß, alle ihre Schiffe mit den {hwedijdhen Farben zu 
bemalen. Andere Reeder Haben Fein Zutranen zu diefem 
Mittel, weil fie annehmen, darf England, wenn es fidhh der 
neutralen Flagge bedient, aud) nicht davor zurücfchenen 
werde, feine Schiffe mit fremden Landesfarben zu be- 
malen. —. „Berlingsfe Tidende“ meldet auZ Stockholm: 
In {hwedifhen RKeedereikreifen meint man, daß infolge 
des englifhen Mikbraucdhes der neutralen Jlagge der 
ganze {Awedijdhe Nordfechandel aufhören wird, 
Die Furcht vor deutfdhen Unterfeebooten. 
Paris, 10. Febr. 
aus Calais ift infolge der deutfdhen Ankündigung eines 
{monungSlojen Gandelsfrieges gegen England eine große 
Etodung des Palfagierverfkehr? eingetreten; Die Fahrt- 
zeiten‘ der Dampfer werden‘ zwar noch innegehalten, Dre 
Schiffe fahren jedoch falt völlig Teer. Die Reifenden bletz 
ben in Calai8 und fönnen fich nicht ent]hließen, Jelbijt Für 
Iqen Unterfee: wot8gefahr bedrohten Danpfern anzıtver- 
trauen; Die in der Dunkelheit fahrenden Dampfer wer 
den merfimürdigerweife von den Reifenden lieber: genom- 
zıen, als Die am Tage verkehrenden. 
E-Hr8ftochung haben fih manche Nebelftände ergeben, alle 
maiffen verfudhen, in Schuppen und Speichern notdlirftige 
Unterkunft zu finden, 
Cnglifhes Alydrücken. 
wib. Berlin, 11, Februar. Dem „Berliner Lokal- 
anzeiger“ zufolge berichten im Haag aus London einge- 
froffene Holländifde Reifende, daß in englifhen Marines 
freifen allerlei Gerüchte über große Borbereitungen für 
den am 18, Februar beginnenden Unterfeebootfrieg um- 
laufen, Unter anderem feiem 100  Corpepoboote und 
Zerjtörer für den jändigen Aufflärungsdienft beftimmt 
worden, . 
Zufttrieg. 
Unfete Zeppelinte. 
Zeppelin, der greife Feldmarfdhall der Lüfte, hat [ich 
diefer Tage einem amerifanijchen KXriegsberichterftatter, 
al8 er fidh gerade von einem Ort der belaiichen‘ Meeres- 
füfte, vo er Die Beppeline nadjgeprüft hatte, auf dem 
Wege nah Friedrichshafen befand, über die Vermwendbar= 
feit der Zeppeline ausgelprochen. RZür das lautere, jedem 
gefhäftlicdhen Erfinderehrgeiz Fremde Streben des Grafen 
legen da feine Worte Zewani8 ab; daß für ihn die mühe- 
volle Lebensarbeit von höchitem Erfolg gekrönt fei, wenn 
e8 durch Sie Zeppeline möglich "gemacht werde,  Ddiefen 
gigantijdhen Krieg und jei e8 auch nur um.einen Zag, zu 
verfürzen, fodaß in diefer Fritiidhen Zeit da3 Leben tau- 
jenber tapferer Soldaten, fowie Erijtenz und Zukunft 
unferes ganzen Volkes erhalten bleibe. Mit Feltem 
Selbitbewuktiein ftellte Graf Zeppelin Felt, daf der Luft» 
frieg nun einmal da fei und da bleiben werde, ebenfo 
wie der Unterfeefrieg. Ale Fünftlidhen EntrüftungsSver- 
furche unferer Feinde fönnten daran nicht ändern, Durch 
die beitimmt einfebende Weiterentwidlung der Unterfee- 
Boote 1und Luftfreutzer wird das ganze Antlik- und die 
Wirkungen des-Krieges von Grund auf verändert werden, 
ja im Bufunft wird ein: Krieg dadurch. immer, weniger 
wahrfeheinlih. Der Luftkfrieg werde auf alle Zälle als 
viferrechtlihes Kampfmittel anerkannt werden, doc 
dürfte e8 Kaum 31 großen Luftichlachten zwifdhen großen 
Liurftflotten Fommen.. Die Tatfadhe, daß auch Nictkämp- 
fer durch die Zeppeline bei dem Einfall in Cngland ge 
folgerichtig Fünte er hinzıt, daß auch durch andere Kriegs 
majdinen Nichtkämpfer getötet würden, Englands Em- 
pörımag Toll’ eben mu: bezweden, Daß die ganze Welt ich 
gegen uns wende, damit. uns der Gebratrchy diefer urrdeut- 
  
| ichen Waffe verboten merbde: Hätte England jelbit Zeh- 
Nach Berichten‘ hiefiger Blätter | 
dıe Jo Kırze Neberfahrt8zeit ihr Leben den von der deut- 
AuzZ diefer Ver: | 
Hotels in Calais ’ find überfüllt, und Neuankommenbde | 
tötet worden feien, bebauerte der Luftgraf fjelbft; aber | 
  
- £ be 222 
  
47. Jahrgang, 
     
1915. 
peline, fo würde e8 feinen Augenblick zögern, fie gegen 
un8 zu verwenden, 
Die Zeppeline würden nie gegen Nihtfämpfer, [0n« 
dern nur gegen. militärijdhe Streitkräfte, Feltumgen, 
Kriegs{dhiffe 11m. vorgehen, aber ebenfo wie die Artillerie 
ibr Ziel nicht immer jehen fönne, und deshalb harmloje 
Bürger getroffen werden könnten, fo fei dies auch der 
all bei den Zeppelinen. Die Mannidhaften der Zeppe- 
line, obwohl fie weit größeren Gefahren au gejebt feien, 
ihonen fo viel wie fie Können bie Bevölferung; als 
  
| Beweis dienen da die in den englifhen Städten aufge 
fundenen nicht exrplodierten Bomben. Sie find, um einen 
möglichit fünellen Aırfitieg nach erfolgter Entdeckung durch 
den Feind. zu erreichen, als Ballajt abgeworfen worden, 
nachdem die Erplofionskontakte nad Möglichkeit auSge- 
{chaltet worden find, um die Einwohner zu IHonen. In 
den zufinftigen Luftkriegen follten alle Städte und Orte 
mit harmlofer Bevölkerung möglichtt gefchont werden, jede 
aufgeftellte Kanone jedoch, jeder au8gehobene Schüßben- 
graben zum Zwece einer Beidhiekung der Zeppeline ziehe 
natürlich einen Luftangriff auf fi. Auf die Frage, ob 
London von einer Zeppelinflotte angegriffen werden {olle, 
antwortete der. Graf diplomatijch, daß dieje Frage Nur 
die Admiralität und der Generalitab beantworten Fönne. 
Nur einmal hat is her ein Kampf zwifdgen Zeppe- 
finen und Neroplanen {tatigefunden, in weldem ein Zep- 
pelin die Neroplane verjagte und entfloh. Sraf Zeppelin 
murkte feinen fehnlihiten Wunieh, in diejem Kriege einen 
Zeppelin zu. fteuern, höheren Notwendigkeiten unterord- 
nen, — „ein Beppelinkreuzer foll nidht8 an Bord Haben, 
wa8 nicht als Balait abgeworfen werden fann“, fügte der 
Graf humorvoll hinzu. Alz Krönung Jeines LebenSwer- 
fe8 hoffte der Feldmar]hall eine Luftfahrt Berlin— New- 
yorf über den Atlantifhen Ozean machen zu Können, Der 
Krieg hat aber feine. Pläne verzögert... So eine Reife 
dürfte etwa drei bis vier Tage dauern, vielleicht Togar 
noch Kirzere Zeit, fie wird einmal zu den praktifhen Zu- 
Eunftamöglidkeiten gehören und den Onelliten und Ticher= 
item Transport darftellen. Im. Verkehr Hex Zukunft 
| ebenfo wie imPoftverkehr werden die Zeppeline noch eine 
aroße Rolle fpielen. 
Neber Finnland und den baltifdhen Provinzen Freut- 
zeit nach dem Berichten tuffifiher KriegSberichterftatter 
„ungeheunere Quft{chiffe“, l ] 
Bomben abgeworfen hätten. - Sie Iheinen al{o einftiwveilen 
ARNO KANNE SET 
die jedoch bisher. noch Feine - 
nur Beobachtungen vorzunehmen. — Die „ungeheueren 
Quft{chiffe“ fönnen nur Zeppeline fein. 
Don England. - 
wtb. Loxdon, 10. Fehr. (Nidtamtlih.) Im Un- 
torhaufe erötfirete der - UnterftaatSjekfretär des Kriege® 
bie Debatte über den Heeresetat und erörterte den Über- 
Icgerien Charakter des englifhen Flırgzeuges, das zwel- 
nel Aolange aushalte wie alle anderen Arten: Sr He 
jprach ferner den guten Gefundheitszuftand der englifdhen 
Yrmee und den Gefechtstwert der Truppen. Die Werbung 
{x reite befriedigend fort, Der Unterftaatsfekretär madite 
jcdoch feine Mitteilungen über die Stävfe und Oruppfe- 
rung der Streitkräfte, da der Feind dringend wünfgHe, 
icIdhe Auffchliife zu erhalten. Er wolle Keine MAndeutung 
out. die Dauer des Krieges machen, wolle aber fagen, daß 
Kuner mutlo8 fei, Feiner nicht überzeugt fer, DaB [OLieh- 
“ch die VBerkündeten die Friedensverhandlungen vorfchrei- 
Gen mürden, Die Anregungen der Nation feien der Ber: 
gangenheit mwütdig; die tapferen Taten des Heeres ftän> 
den auf gleidher Stufe mit den Taten, die jemals die Ar- 
aree vollführte. Walter Lonag wicderholte die Verfidherung, 
dcß die Oppofition die Regierung unterftüben werde. 
wtb. London, 10. Febr.“ (NMidhtamtligH.) Sin am 
8. Sebrıuar veröffentlidte8 parlamentarifdhes Whitepaper 
inrdert die Vermehrung der Marinemannfehaften am 
“2 000 Mann. 
with. London, 10. Febr. (Nichtamtlid,) Amtlidi 
wird verlautbart, daß der belgifdHe Gejandte in London 
au8 Gefundhet3rücfichten um Enthebung von feinem 
Su ften ‚gebeten Lat. 
Berlin, 10. Febr. Die „B. BZ. am Mittag” meIDdet 
018 AUmftexrdanı: Nach einem englijden Blatte Kegen im 
ofen vozg Liverpool nicht weniger .al8 42 Schiffe miß 
Suhrungsmittaln, Die infolge de&. Mangels an Arbeits 
Kaften nicht cuSgeladen werben können, Die Arbeiter- 
organijationen Deren die Zuftimmung, Daß Dbelgl- 
Ihe Küchtlinge als: Aushilfakräfte angenrommeen wet 
en. 
KEN