Full text: Hrabanus Maurus der Schöpfer des deutschen Schulwesens

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tius könnte leicht für eine verdorbene Adjectivform gelten , um seinen Geburtsort Mainz zu bezeichnen11 ) ) , so glaubt es doch Mabillon für ausgemacht halten zu dürfen , dass er von edler Herkunft war , weil er in der einem ausgezeichneten , in der Bliithe seiner Jahre gefallenen Krieger Tutin gesetzten Grabschrift , worin er sich als dessen Bruder zu erkennen gebe , diesem selbst erlauchte Ahnen zuschreibe : 
Alta clarorum qui natus stirpe parentum 
More omni proceres aequiparavit avos12 ) . 
Sein eigentlicher von den Eltern ihm beigelegter Name war Hraban ( d . h . Babe , corvus ) , den er selbst nach Deutscher Art mit vorangehender Aspirata13 ) , Andre nach LateinischerWeise mit nachfolgender oder auch ganz ohne Aspirata schrieben ; Maurus wurde er laut eignem Geständniss erst von seinem Lehrer Alkuin genannt14 ) , scheinlich nach dem gleichnamigen Schüler des h * Benedictus , wie es denn überhaupt in jener Zeit Sitte war dem zu barbarisch klingenden Namen der Muttersprache einen Lateinischen oder Griechischen oder Hebräischen beizufügen : so hiess Alkuin dem Fl accus , Winfrid Bonifacius , Angilbert Hom er us , Karl David u . s . w . 
Frühzeitig wurde der lernbegierige Knabe in das Kloster nach Fulda gebracht , wo seinem weiter strebenden Geiste damals wohl nur sehr dürftige Nahrung gereicht werden konnte . Als er im J . 801 Biaconus geworden war , wusste er den 802 ten Abt Ratgar dahin zu bewegen , dass er ihn nebst seinem Mitschüler Hatto nach der berühmtesten Schule des Fränkischen Reichs , nach Tours schickte , um unter dem flüsse Alkuins einer höheren Geistesbildung theilhaftig zu werden , oder , wie eine alte handschriftliche Notiz aussagt , die liberales artes zu lernen15 ) , zugleich aber wohl 
11 ) Dalil a . O . S . 114 sagt , Hraban lege sich selbst den Vornamen M ag n enti us in praef . ad laud . S . Crucis bei . Diese praef , stellt Operuni T . I p . 280 , aber der Beiname ist dort nicht zu finden . Wie es sich aber wirklich damit verhält , kann man bei Schannat Hist . Fuld . p . 105 nachlesen . 
12 ) Operum T . VI p . 230 . Da in folgendem Distichon : „ Frater pontificis fuit ille celerrimus armis , Qui lnie germani detulit ossa suider pontifex nicht ausdrücklich mit Namen bezeichnet werde , so könne kein andrer verstanden werden , meint Mabillon , als der Verfasser der Grabschrift selbst . Diese Vermuthung wird einigermassen durch Annales Fuld . bei Pertz . monum . Germ , hist , I p . 364 bestätigt , wo unter dem Jahre 844 berichtet wird , dass in einem Treffen unter andern gefallen sei Rh ab an quoque signifer cum aliis multis ex nobilibus . 
13 ) S . J . Grimms Deutsche Grammatik I S . 195 , Hrabanus schreibt er sich unter andern in der 28 . Figur de laudibus s . crucis Op . T . I p . 337 , ist aber ebendaselbst durch die einmal gesetzten Schranken zugleich gezwungen sich ein andermal Rabanura zu schreiben , wenn nicht etwa der unmittelbar vor dem Bildniss stehende Buchstabe h durch Nachlässigkeit im Druck nach aussen zu stehen gekommen ist . Das Original ist wahrscheinlich im Vatican . S . Welles Buchonia I S . 156 , Dahl a . O . S . 144 erklärt den Namen richtig als Verbum rapere . 
14 ) Operum T . III p . 45 bemerkt er selbst , M . bezeichne Mauri nomen , quodmagister meus beatae memoriae Albinus mihi indidit . 
15 ) Vid . Eroweri scholia ad Hrabani carm . XIII . Operum T . VI p . 236 . Schannat cod . probat , hist . Fuld . p . 1 . Dagegen erzählt Dahl a . O . S . 116 . „ Ums Jahr 796 oder 98 wurde R . als Jüngling von 16 bis IS Jahren mit mehr andern Mönchen von Fulda , von dem Abte Baugulf , nach Tours — geschickt , “ Eine Quelle , woraus diese von der historischen Wahrheit abweichende Angabe geschöpft wäre , wird gar nicht genannt . Die ganze chronologische Bestimmung scheint daher lediglich aus der Luft gegriffen und dem
	        
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