— 119 — X. Marbach's Ansichten über die Stellung der isolirten Logen. ö'ie Loge Balduin zur Linde gehörte in den ersten ßecennien ihres Bestehens von 1776—1808 dem System der Grossen Landesloge von Deutschland an; dann sagte S1e aus Widerstreben gegen deren Verfassung und wegen mehrfacher Competenzstreitigkeiten sich von dieser los und suchte und erhielt eine Constitution von dem Pro- vinzial-Grossmeister der englischen Grossloge Beckmann in Hamburg und schloss sich zugleich der durch Ludwig Schröder in Deutschland wieder hergestellten altenglischen Arbeitsweise an. Seit dem Jahre 1809 besteht die Loge Balduin zur Linde in der vollen Selbständigkeit und Unabhängigkeit, Welche die Grossloge von England den von ihr im Aus¬ lande begründeten Logen einräumt, nur den Gesetzen ge¬ horchend, welche sie selbst sich giebt und den Grund¬ sätzen huldigend, welche in allen gerechten und voll¬ kommenen Logen gelten. Nur eine kurze Zeit, von 1815 bis 1824 hatte sie sich dem Sächsischen Grosslogenbunde angeschlossen unter Vorbehalt ihrer besonderen Rechte; dieses Verhältniss wurde aber in freundschaftlicher Weise wieder gelöst, und sie wurde eine sogenannte iso- lirte, selbständige Loge, welche keiner Grossloge gegen¬ über zum Gehorsam verpflichtet ist. Lange war sie ganz unangefochten geblieben in ihrer Stellung; Marbach hatte in seinen Vorträgen öfter betont, dass die Loge Balduin gerade wegen ihrer isolirten Stellung ganz besonders strenge Anforderungen an ihre Mitglieder stellen müsse, um nach allen Richtungen hin sich einen guten Ruf in