— 122 — auf sich selbst, dass sie allezeit auch vor den eifersüch¬ tigst über sie wachenden Augen als eine gerechte und vollkommene Freimaurerloge sich erweise. Sie wird der Leitung durch eine Grossloge entbehren, aber auch nie die Nachsicht einer Mutter von einer solchen in An¬ spruch zu nehmen berechtigt sein, nie Schutz erwarten dürfen, wo ihr derselbe nicht um der Gerechtigkeit ihrer Sache willen zu Theil werden muss. Sie befindet sich nach wie vor in einer der Entwicklung des freimaurerischen Lebens höchst förderlichen, wenn auch ohne Zweifel man¬ chen Gefahren ausgesetzten Lage, ohne irgend einer Auto¬ rität äusserlich untergeordnet zu sein, dennoch in der intimen Verbindung mit der Organisation des Freimaurer¬ bundes zu stehen ¡und selbst ein vollgiltiges Glied des¬ selben zu sein. Sie will ihre unabhängige Stellung, in welcher sie sich befriedigt und beglückt befunden, be¬ haupten, nicht etwa um einer immer innigeren Einigung aller Logen des grossen Weltbundes entgegen zu streben, sondern im Gegentheil, um diese Einigung auf jenem Wege, den sie für den echt maurerischen hält, mit allen ihr zu Diensten stehenden Kräften zu fördern. Dieser Weg ist der jener Anerkennung, die ihr zu theil ge¬ worden, die sie sich selbst errungen, die auf keinem so¬ genannten Sprengelrechte oder auf irgend einer äusseren Autorität beruht, sondern auf echt freimaurerischer Ge¬ sinnung und Wirksamkeit, auf Bekennung, Bethätigung und immer vollkommenerer Verwirklichung des erha¬ benen Grundgedankens des Freimaurerbundes: als einer von der Tyrannei der Vorurtheile befreiten Gesellschaft, welche die Veredlung menschlichen Wesens durch Stre¬ ben nach sittlicher Vollkommenheit im Einzelnen und durch das Beispiel, welches die Einzelnen geben, im grossen Ganzen zur Aufgabe sich macht.