— 126 — gegenwärtigen Form erwachsen, nach derjenigen Sittlich¬ keit strebe, welche Christus verlangt, näinlich Heiligung •1er Gesinnung und aufopfernde Liebe zu Gott und den Menschen." Aber immer noch suchte sich das alte Vorurtheil durch eine bequeme Hinterthür wieder in die Loge ein¬ zuschleichen; einzelne Brüder, die der gedachten Reform nicht hold waren, gaben bei der Ballotage über einen Juden verneinende Stimmen ab und vereitelten so dessen Aufnahme. Marbach erklärte das Abgeben verneinender Voten, °hne sich binnen gesetzlicher Frist zu diesen zu bekennen, als eine Folge des Eigensinns und unmännlichen Wesens und setzte es durch, dass in der Folge jede bei der Ballotage über einen Aufnahme Suchenden gefallene ver¬ neinende Kugel binnen drei Tagen vor dem Mstr v. St. gerechtfertigt werden müsse; geschehe dieses nicht, so stehe demselben das Recht zu, die verneinenden Stimmen für hellleuchtend zu erklären. So hat ein im Geiste der Freimaurerei liegender Fortschritt in der Loge Balduin zur Linde. Eingang gefunden, ohne dass je ein Zwiespalt zwischen den verschiedenen Glaubensrichtungen sich gel¬ tend gemacht oder die Loge je Veranlassung gefunden hätte, den gethanen Schritt zu bereuen. Wie Marbach die Freimaurerei als versöhnendes Princip zwischen den verschiedenen Glaubensgenossen betrachtete, darüber nur einige Gedanken aus seinen Vor¬ trägen : „Unsere Feinde sagen uns nach, wir verleugneten den Namen Christi geflissentlich, weil wir Juden auf¬ nehmen in unsere Genossenschaft. Aber glauben denn die Juden nicht an Christum, d. i. den Messias? sie setzen ja vielmehr alle Hoffnung des Heils auf den