Endlich aber entspricht es der persönlichen Stellung des Berichterstatters zu dem Gesammt - gebiete prähistorischer Forschung , dass er sich das Aussprechen eines eigenen Systems oder die Verteidigung eines der bestehenden bis jetzt glaubte nicht erlauben zu dürfen , sondern in einer Wissenschaft , deren Krankheit bis jetzt die Betheiligung aller Sammler an der Construction der Systeme ist , vor allem nur die gemeinsame Arbeit durch gewissenhafte Ueberlieferung gesammelten Materials erleichtern wollte . Die Bildung der Centralsammelstelle Cassel und der beiden in ihr vereinigten Sammlungen . Das Museum Fridericianum ist die ältere der beiden Sammlungen , um deren einigte Besitzthümer es sich hier handelt , Aber es hat bis zu den letzten Jahren seiner Tendenz nach seine Aufmerksamkeit den Gegenständen dieser Art noch so wenig zugewendet , dass selbst über die gelegentlich ihm zugekommenen Besitzstücke nähere Nachrichten in die Inventare selben nicht übergingen und selbst der Fundort nur höchst selten angegeben ist , so dass im Jahre 1868 nur 12 Stücke als unzweifelhaft hessischen Ursprungs angenommen werden durften . Die früheste Kunde über eine systematisch betriebene Ausgrabung gibt uns das Marburger Programm : Dissevtatio de armis lapidéis et urnis sepulchralibus von Schminke 1714 , in welcher eine grabung Landgraf Karls auf der „ Maderheyde " erwähnt wird . In der That , fand sich noch in den Inventaren bei einigen Urnen dieser Fundort angegeben . Indessen mussten bei verschiedenen Umstellungen des Museums im Laufe der Jahrhunderte lrrthümer sich in die Nummerirung geschlichen haben , denn , während einige allerdings den jener Dissertation beigegebenen Zeichnungen entsprachen , waren andere einfach römische Gefässe . Einheimische andererseits des Museums , bei denen die Notiz dieses Fundorts fehlte , Hessen sich wieder aus der Abbildung als daher stammend nachweisen . Die an Acquisitionen im übrigen so reiche Zeit Landgraf Friedrich II . , der in der Mainzer Gegend sogar systematische Ausgrabungen vornehmen liess , wandte ihre ganze Aufmerksamkeit nach der Richtung des Geschmacks den griechisch - römischen Alterthümern zu , und der damals gestifteten Société des antiquaires de Cassel verdanken wir in dieser Beziehung wenig Aufklärung . Allerdings hatte eines der Mitglieder , du Ry , 1777 über einen Urnenfund bei Kirchditmold berichtet , dem kurz darauf der Fund einer Axt von „ Probirstein " durch Ca spars on folgte , dessen französisch geschriebene Abhandlung später 1828 in deutscher IJebersetzung in Justi's Vorzeit erschien . Auch hat sich in der That im Museum eine Urne gefunden , in welcher ein der Schrift nach jener Zeit angehöriger Zettel den Fundort Kirchditmold angab . Hiermit sind die Quellen über die dem Museum zu Gute gekommenen Funde bis auf eine Notiz aus hessischer Zeit erschöpft . Inzwischen erwachte nach den Freiheitskriegen der Drang nach dem Studium deutscher Vorzeit im ganzen Vaterlande und solchen patriotischen Anregungen verdankte m . an später das Entstehen der manniglacheii historischen Vereine . In Hessen regte sich solches Leben am frühesten im P uldaischen , wo wir bald von systematischen Ausgrabungen hörten , die in dem 1821 erschienenen Bande von Schneider's Buchonia beschrieben sind . Die aus denselben herrührenden Fundstücke befinden sich wohl noch in Fulda , theils wohl im Besitze der Bibliothek , theils in dem des Vereins der naturforschendeii Gesellschaft . In Cassel selbst wusste der spätere Gründer unseres Vereins *