r--— i Unterhattungr-Vei zum „zuldaer Krefeblatt“ läge O , Kummer j. j. Druck uns vrrl«j V £. Mh'§ Hofbnch-ri i: verantworil. rchrisiieiter: itferci Leo Uth, §ul-a. Zahrgsnz fysr. Roman vsn Srika Srupe-LSrcher. ' .. t Kapitel.^. :OJ . €d5on vor geraumer Zeit war die kleine Dampf- E dem neu eingetroffenea Europadampfer in oer oai von Manila abgestoßen, um bi« Passagiere au L.ano zu bringen, und noch immer stand Sylvia- Bertens wartend an Bord. Ihr Auge glitt achtlos über bi« kleinen Do°te der Eingeborenen, dir dar Schiff zu irgendeiner Dienitleistung umschwärmt hatten, und nun, leicht schaukelnd, dem Festlande auf sonnenfunkelnder MeerrS- FF E"?'^Erten. Dttt einer ungeduldigen Bewegung schob das innge Mädchen den breittandigen Strohhut wegen ocr blendenden Tropensonne tiefer ins Gesicht, und wi.oicnd es, mit seinen Blicken der Dampfbarkasse voran» ? n3UcSf,erP,°^5 Panorama des am Meerbusen sich bstreckenden Manila betrachtete, dachte es erzürnt: »Ich bleibe an Bord, bis er kommt, um mich zu holen!" . .Warum kam Herbert Beermann nicht? Wußte er mu,t tett Wochen, daß der Dampfer heute fällig war, der seine Braut von Hamburg nach Manila führen sollte? War es nicht eme der elementarsten Pflichten der Höflich- "t’*ne. ^r“ut6ei Lrer Ankunft zu begrüßen, wenn fie iyni E den halben Erdball entgegenreiste! ° , ..dsber wer war Herbert Beermann, kannte fie ihren zmun.ttgen Gatten überhaupt, war er ihr nicht ein fast fremder, mit dem nur Kindheitsermnerungen fie per- Va;loenr '- -- ; stöhnte leise auf und sah sich mit einem kurzen ob niemand sie beobachtete. Aber Kapitän uw ^chinsmannschatt waren nach der Ankerung in An- genonmien, und bei dem Hin- und Herlaufen und «roert achtete niemand auf daS junge Mädchen, das v'U ocn Passagieren allein noch an Bord geblieben war. uues ringsum, die Enttäuschungen des vergeblichen 8' ri e Angst vor einer unklaren, dunklen Zukunft erfüllten sie mit einer unsäglichen Qual, und sie schloß tF- Kunden die Augen, weil die Folgen eineS ihre Zukunft bestimmenden Entschlusses übermächtig in ihr ausstregen. , -j , .. oerwaift, immer unter Fremden umhergestoßen, hatte Sylvia leichten Herzens eingomilligt, als Bekannte, F oft von Herbert Beermanns beruflichem Glück IHfuu1*' ous er m Manila fand, ihr seine Anfrage über- 1S|^e! en'f ob ste ihm als feine Gattin in das ferne Manila folgen wolle.. Sie glaubte, daß aus dem einstigen gu-mutlgen zehniahrigen ^ SpieKameraben ein guter Mensch geworden sei. mit dem sie vertrauensvoll ihr Leben verbinden dürfe. Mehrere ihrer Verehrer waren m blühenden, hübschen aber vermögenslosen lviadchen vorubergegangen, um weniger hübsche, aber reiche Mädchen zu heiraten. - Da lockte Sylvia der Gedanke, sich über See ein Herrn gründen zu können, und ihr elastischer Geist spann sich Las Leben in der Tropen- welt mst verführerischen Farben aus. Herbert Beermann wollte eme schone, häusliche öntudje Frau haben, die ihm Ersetzte. Und da er seiu^ ausblühendes Geschäft -ä, •. % '■ Machdrück veÄvken.? II niM durch ein« moüatelange Brautreise nach Europa gefährd«« wollte, fiel seine Wahl e*f seine Jugend-! gespielin.' r • • - ■ •. >, . || War der Entschluß, einem eigentliche« Fremden ihr Jawort zu geben und als sein« Braut bis nach Manila entgegenzureisen, nicht ein zu großes Wagnis gewesen? Was für eine Ehe stand ihr bevor, wenn ihr Verlobter m£6t einmal der Mühe wert erachtete, feine »«künftige Frau in ihrer neuen Heimat zu empfangen WÄ zu be¬ gruben! H Sie haßte Rücksichtslosigkeit und Unhöflichkeit im Mann besonders, und während sich von Minute zu Minute im einsamen Warten ihre Bitterkeit, ihr« Angst und Be- sorgnis steigerten, gedachte fie jetzt mit Sehnsucht des Mannes, den sie auf dieser Reise kennen und lieben gelernt hatte. - 1"nge Mädchen ging quer über das Schiff und le* dort, ans Geländer gelehnt, über das unendliche Meer ben Blick zuruckgleiten. Nun war fie meilenweit und viel¬ leicht für immer von dem Manne getremtt, der ihr Herz geweckt! In der Ruhe, die auf diesem Teil des Dampfers herrschte, dachte sie der Stunden, in denen er ihr vor seinem Abschied in Hongkong von seiner Liebe gesprochen hatte; sie Lachte ihrer Zweifel, ob sie nicht auch ihre Liebe fuT dw gestehen, und ob sie ihm nicht als seine Frau folgen sollte und die moralischen Band«, die fie an Herbert Beermanu knüpften, kurzerhand zerreißen. Voller Bitter-' kert glaubte sie jetzt ein nutzloses Opfer gebracht zu haben, urdem sie über ihre eigenen Wünsche und ihr Recht auf Gluck hmweggeschritten war, um einem halb fremden, vielleicht rücksichtslosen Manne ein gegebenes Versprechen zu halten. Wenn in dieser Stunde John Maer neben ’ lhr gestanden hatte, - dann Hütte fie vielleicht anders ge¬ handelt ... - Sylvia riß sich aus dem stillen Versteck loS und ging mit zögernden Schritten quer über das Deck, um an der Landungstreppe nochmals nach Manila hinüberzuspähen. Wenn Herbert Beermann jetzt nicht kam oder wenigstens emen Boten zu ihrer Begrüßung sandte, mußte sie zu einem Entschluß kommen. . Da näherte sich ein Boot, das von zwei eingeborenen Dienern gerudert wurde. Während ihr Herz vor Erregung • gu pochen begann, faßte sie den stattlichen Mann ins i Auge, der auf der Bank in der Mitte des Bootes sitzend ' unter dem weißen beschattenden Tropenhelm erwartungS- { voll zum Deck hinaufblickte. f m winken?" dachte Sylvia, „wirb er mir i Nicht einen Gruß zurufcn?" e§ Faltend auf sie, baß er nm in UN- j mittelbarer Rahe des Dampfers den Tropenhelm zum 1 stummen Gruß lüftete. Sie verfolgte jede seiner Be¬ wegungen genau, sie wollte einen ersten entscheidenden Ein- ' druck von ihm gewinnen, wollte in banger Frage er- 1 r~rU4?*.rnln5em ’ÜF Zukunft in nur zu leicht erwogenem I Entschluß anvertraut hatte. . - Die beiden Schwarzen schlagen jetzt vom Boot aus ' em Seil uni die Landungstreppe. .Jetzt wird er kyMs«!'