Merkspruch. Gewähre jedem seine Krt wer bürgt dir denn für unfehlbar die deine? Denk' nur zurück: fand'st du nie groß dc-s - ne Und folgtest niemals du dem falschen Scke: -e? Du forderst Milde, sei du selbst nicht hart.- Gewähre jedem seine Art! 7 Jbvc Reife. Erzählung von P. Hochs. I (Nachdruck verboten.) f . ^utf als ein junger Schulmann vor acht Jahren seine gellebte Anna in sein bescheidenes Heim als Weib helmgefubrt. Ihre Hochzeit hatten sie auf den Anfang Mai fetgesetzt. Im Sommer sollte dann die Hochzeits¬ reise folgen. eine Woche lang in den waldigen Bergen. Uno darauf hatten sie sich am meisten gefreut. Biel freilich würde und durfte die Reise nicht kosten. Denn wder ~etl ihrer mühsam ersparten Summe hatte bereits vor der Hochzeit seine Bestimmung, und hätten sie Einkauf ihrer Ausstattung hier und da einen SS »kbmggemacht, der Reiseposten wäre wohl in ein "agliches Nichts zusammengesunken. k-beide genügsam. Kurt hatte, als er GRcki^u^!-!? - ^^Abn warb, ihr manchen Zug seiner m m ^ Eitert, rm billigen Reisen erzählt, und Anna konnte m mmeren Dingen gewiß anspruchslos sein, zumal ivenn eo sich um den Gewinn idealer Genüsse handelte. So leierten sie vergnügt ,ihr Hochzeitsfest und richteten sich in den nächsten Wochen ihr Heim so gut ein, nun so wrf pben 'hre Mittel gestatteten. Dabei stellten sich ®Jnfle Rll unentbehrlich heraus, an die me beiden Liebenden vorher gar nicht gedacht hatten Dinge, die in der Wirtschaft vorhanden sein mußten. Aber woher das leidige Geld nehmen? Was für eine fiSÜÄ notwendig, um den allergewöhnlichsten H aus rat anz uscha, > en, und wo blieben dann rioch dieienigeu 8Sar unentbehrlich waren, aber nach denen sich Sli ln s,!rf rH ^rzlich sehnt, um ihr Haus auch gestalten. Und darin waren sie nhJr*bJa*?-' Häuslichkeit lieb und traut sein sollte: bas ließ sich doeq nicht so ganz verwirklichen, ohne größere Ansprüche an feen Geldbeutel zu stellen. ^LsEgemäßes Mittel anwenden ^ verschiedene Dinge anzuschaffen, er hätte «ULrr+JIfif ehrlichen Namen borgen können; aber das widerstrebte seinem natürlichen Gefühl, und auch sein Ne AST nmä wiffen'liebet PE "e.v trJi<YBte^em dünkte war das junge Ehepaar ^orkwurdig still geworden. Soviel man vorher von dieser N^.lse gesprochen hatte, jetzt erwähnte man sie kann? Kemes von beiden schien gern an diesen Punkt zu rühren' und wenn es einmal geschah, dann schien der andere Teil die darauf bezüglichen Worte zu überhören Und das hatte seinen guten Grund. Denn der vordem schon so magere Reiseetat war vollständig für ander Humumt™ UUÖ -ulBorg reisen? Nein, das um bas ?Är““ta Bet5e' Unö f0 Ahlten sie auch eines wie ,, Und so wurde die Reise auf das nächste Jahr ner- schoben. Und dann abermals um ein Jahr ^ Det= nir(J5t aufgehoben", tröstete Kurt sein Werb. „Wir wollen unsere Reise doch noch machen wenn ÄSe.5““ 3“6M Ul" f»v«y iftB i . [!7m7 sparen, wenn man in Jghron so woit sein wollte. Tenn sür die Oinhpr Mckzirle^en" °UtB BalB anfangen, ein Sümmchen zu- Kurt versicherte bestimmt, in drei Jahren das notige Geld beieinander zu haben einer Tages brachte Kurt eine Sparbüchse mit, in die sie beide fleißig ihre Spargroschen legen wollten. | !r,..,?vl? °k5>ngen die nächsten Jahre, unö die Büchse .m..^ qtt Ni. -.rnnd genommen, von Kurt stets heimlich P? ■? .U: diese tat es auch oft im geheimen! y£“Si.11 shrev Drannes tat, bann war er sffff: K°ö ^' i??ckitenv ein Kupwrftück oder einen kleinen '.'ruk-r u.rer, Händen entgleiten iah. «einen .Ar.jeder dem andern gegenüber die Arm- 7rä Üerauszustreichen suchte, so liebevolle befand. ihr, wenn es sich mit ihr allein saot," -lnem Vierteljahr reisen wir, dabei bleibt's" buckie^ nS' skiuuuit. „Und ich öffne dann meine Spar- vuchse warf Anna vieffageud ein. geld "vtidmfrUV§ Nachtlogis mit Kaffee und Trink- bineinaeNm " ^ ’rP? &T ^ilt, das hast du zu wenig « ^-ben.' Sie lachten und ginge? ein 'in trüber Gast in ihr Haus L« i«i?SV«ÄlÄ Wion trat eine Wendung zum Bessern ein. um so hö'i 7 7“ Over »»«üo es jjm die Jüngste. Der Arzt aäb ?-•> Hoffnung auf und sab höchstens in einer £>entfAtV* n A neu v.elleich, rettenden Ausweg. Er mwhhi ;'7"% ^ einen berugmten Kinderarzt in der nicht qV>,<•- <> ~r--- feruten Haupt ladt. e‘: . Kurt säumte nicht, seine'': Rat »>, r> ew ?aar Stunden ver-ingeu.'stand > > peatiuie «przk am Krankenbcit des K^nd-S §PEMtwn swac,für notwendig, aber Hst für 'den i 7, 'i1;1 ;| -a3 nun , , ■. ,a K M,Renz des Ortsarät-'s. Und Noch emrge Mole mußte er zwa- A t (7,-,'7 . . u'n den Pertauf der Krankheit n. übern^Mm abe Bemühungen waren doch von Erfolg ze 77 . " ' U •«. S-.mnner vor b,t Tin "u'^b" >-'-."-aei- -- beiden,Mädchen wieder munter herum wie tr ‘ ' . . i ßiicf) üte vii.vviH fartben ihre alte . 7 7 r Heute freilich ging ein Zug b-.-r"Wehm: t"'nä'^ Lippen. Cr hatte -.üm einen Bri-ff eror-a Schreiben rau: vom Arzte, und es e llhielt die'Amön H7 Gm bedeutendes Sümmchen batte ja ........ ... und er hatte sich in G danken schon : l ,:i 7ö .r ..,ch 7 7 zu unternehmende Reise in bezug aus' ihre' 'illl' V', Ansprüche etwas zu reduzieren as-ein t f- . - nicht geoacht. daß sein ganzes Erspartes für'De'.,'7; -: daraufgeheu wurde. Es tat ihm ordentlich wehe, als er schupcio-'-.d du. Rechnung seinem Weibe zeigte. " .2m Ernst der verflossenen Wochen halte:, ,'ch- >-.e - . ma,t erwähnt auch jetzt dachte Anna nicht zmust'dman. t'\x\ chrem Mutterherzen dachte sie zuerst an die geretteten ...Es ist viel/ aber denke an unsere geretteter, Lieb¬ linge . und, dabe, sah sie ihn so dankbar glücklich au. daß er sie an lerne Brust zog und ihr einen innigen Kuß gab. . »Du Haff recht, aber ich dachte zuerst an unsere Reise dre nun wieder unmöglich wird", versetzte Kurt traurig. ' ., '7müen^ rorr solange gewartet,^ dann warten wir noch ei.r paar, ^ahre , gab Anna tröstend zurück; denn sie PImS' e r tönern Manne um den gescheiterten * * Dre beiden Menschen hatten nunlschon 14 Jahre auf >hre Reffe gewartet. Da an einem lauen Frühlingsabend .amen sie überein die heißersehnte Reise zu verschieben, bis die Kinder versorgt wären. ' Und io warteten sie Jahr für Jahr — bis eines r.nges ihr Haus emsam war. Da dachte keiner von ihnen mehr an die Reise; denn sie waren alt geworden und freuten sich nun, wie ihnen Sehnsucht und Hoffnung. Glauben und Erwartung immer und immer wieder das Leben verschönt hatten. " p * 000