fu aer Kreisblatt a m Szenen scbciende Pasta oder ES 8 VER Ye. 87. Zweites Blatt. 12./4.1915, Amtliches, Bekanntwmad ung, Der Preis der von dem Kreife beftellten Kartoffeln ift: a) für Indultrie. . .:. pro Bir. SM b) für Profeffor Wohlmann pro Bir. 7 M 25 8 Die Kartoffeln Fönnen bei Kaufmann Karl Krah, Petershergerweg 10/12, dahier, abgeholt werden, Hrühkartoffeln find vom KXreife nicht beftellt worden. Hula, den 9. April 1915, Der Landrat, Frhr. v. Doernbherg. Beitätigt: Die Wahl des Landwirt3 Valentin Medler al8 Bürgermeifter der Gemeinde Neruenbera auf die Dauer von 8 Sahren, Dulda, den 22, März 1915. Der Landrat: Frhr. v. Dovernberg. ViehjeuGenpolizeiliGe Anordnung. Bum Schube gegen die Maul und Klauenfeuche wird auf Grund der SS 18 pp. des Viehjeuchengefetes vom 26. Iuni 1909 (R.SG.BL.S.519) mit Ermächtigung des Herrn Minifter8 für Landwirtfchaft, Demänen und. Zorften folgendes bheftimmt: 1. Sperrgehiet. 8% Nachdem unter dem Ytinoviehbeftand des Hüttners Jofeph Hersig in Yetersberg der Ausbruch der Maul- und Klauenfeuche amtlich feftgeftellt it, mird aus der Gemeinde Yetersherg ein Sperrbezirk gebildet. An den Haupteingängen des Sperrbezirfs find RZafeln mit der deutlichen und Haltbaren Mufichrift „Maul- und Kauenfeuche — Sperrbezirk. Einfuhr und Durchfuhr von Klauenvieh, fjowie Durchfahren mit Wie- derkfäuergejpannen verboten“ Leicht fichtbar anzubringen. 82 In dem Ceuchenorte Petersberg ift verboten: a) Die Abhaltung von Klauenviehmärkten, mit Nus- nahme der Schlachtviehmärkte in Schlachtvieh- höfen, fowie der Auftrieb von Klauenvieh auf Yahr- und Wochenmärkte. Diejes Verbot Hat fidhH auch auf marftähnlidhe Veranftaltungen zu erftrecen. Der Handel mit Klauenvieh, erforderlichen fall aud) derjenige mit Geflügel der ohne vorgängige Beftellung entweder außerhHald des Ge meindebegirtf3 der gewerbliden Niederlaffung des Händlers oder ohne Begründung einer joldhen {tatts findet. AS Handel im Sinne diefen Vorfchrift gilt aud) das Auffuchen von Beftelungen durch Sänd- ler ohne Mitführen von Tieren und das Aufkaufen von Tieren durhH Händker. c) Die Veranftaltung von Verfteigerungen von Klauens bieh. Das Verbot findet Keine Anwendung auf Viehverfteigerungen auf dem eigenen, nicht gefperte ten Gehöft des Befibgers, wenn nur Tiere zum Vers fauf fommen, die fig mindeftenz 3 Monate im Vefige des Verfteigerers hefinden, d) Die Abhaltung von Sffentliden Tierldauen mit Klauenbieh, e) Das Weggeben von nicht ausreich. erhigter Mild ($28 3Ab7.3) aus Sammelmolfereien an landwirtichaftl. Be- friebe, in. denen Klauendvieh gehalten wird, fowie die Verwertung folder Milch in den eigenen Vieh- beftänden der Molkerei, ferner die Entfernung der zur Anlieferung der Mildy) und zur Ablieferung der Milcdhrücftände benukten Gefäße aus der Mol- ferei, bevor fie desinfiziert find, (val. S 11, bl. 1 Nr. 9 11. 10, der Anweijung für das Desinfektions- verfahren.) A. Borfdhriften für das Sendjengehöft. 8 b) ‚ Meber alle Ställe in denen Kauenvieh Meht, wird die Sperre verhängt. An den Haupteingängen de Seudjengehöftes und an den Eingängen der Ställe, wo fi feucdenfranfes oder der Seuche verdächtiges Klawenbvieh befindet, find Tafeln mit der deutlichen und. haltbaren Aufichrift „Maul und auenjeuche“ Teicht fichtbar anzubringen. , 8 4. Die Stallgänge der verfeuchten Ställe des Gebhöfts, € Bläße vor den Türen diefer Ställe und vor den Eingängen des Gehöfts, die Wege an den Ställen und in den zugehörigen Hofräumen, fowie die etwaigen Abläufe auS der Dungeftätte oder dem Yauchebehälter find täglich mindejtensS einmal mit dünner Kalkmild zu übergießen. ‚, Bei Froftwetter kann an Stelle des Mebergießens mit Xaltmild) Beftreuen mit gepulvertem frifdh gelöfhe ten Kalt erfolgen. $ 5. „Die Verwendung Ser auf Sem GSehöffe Gefindkigden Pferde und fonftigen Einhufer außerhalb des geflperrten Sehöfts ijt, foweit biefe Tiere in gefperrten Ställen umter« gebracht find, nur unter der Bedingung geltattet, daß ihre Bufe vor dem Berlaffen des Gehöjtz desinflgiert Werden, 6 86 Das Ge 1 verKaßiren, Se nicht De WERT TI m A Sür Tauben gilt die8 infoweit, al8 die örtlichen fie die Verwahrung geftatten. m. . 87. ‚ Das Weggeben dor Mild- und Molteveiricftänden HE nur nad vorheriger Abkodhung oder einer anderen auZreis genden Erhikung zuläflig; al3 foldhe gilt: a) DS über offenem Feuer bis zum wiederholten en; b) Erhikung dur unmittelbar oder mitfelbar eintwir- fenden {trömenden Waflferdampf bi auf 85°; p) Grhigung A Wafjjerbade auf 85° für die Douer einer 88. Der Dünger darf aus den verfeudhten Ställen nur gemäß den von der Bolizeibehörde zu erlaffenden An- ordnungen entfernt werden. Die Abfuhr von Dünger und Jaude don Klauen- vieh aus dem verfeuchten SGehöfte ijt nur mit Genehmi- gung des Landrats zuläffig. Hutter- und Streuvorräte dürfen für die Dauer der Seuche nur mit Erlaubnis des Landratz und nur injemweit ausgeführt merden, al8 fie nad dem Orte ihrer Lagerung und der Art des Transporte Träger des Anftedungsftoff® nicht et na : 10, Serätjchaften, Fahrzeuge und fonftige Gegenftände müffen, {oweit fie mit den Franken oder verdächtigen Tieren oder deren Abgängen in Berührung gekommen find, gereinigt und desinfiziert werden, bevor fie aus dem Gehöft herausgebracht werden. Milchtransportgefäße find nach ihrer Entleerung zu reinigen und zu desinfizieren. Wolle darf nur in feflten Säden verpadt auß dem Gehöft ausgeführt ee 11. Bon gefallenen Seudgenkrankfen oder der Seuche ver- dädhtigen Tieren find die veränderten Teile ein/dhkießlih der Unterfüße Jamt Haut bi8 zum Fefjelgelenk,. des Schlun des, Magens und Darmkanals jamt Inhalt, fowie des Kopfes und der Zunge un/dädlidh zu befeitigen. Häute und Hörnes dürfen erft nad Desinfektion ent fernt werden und find bis zur Vornahme der Desinfektion unter VBerfchluß zu halten $ 12. Die gefperrten Ställe dürfen, abgejehen von MNMot- fällen, nur von dem Befiker der Tiere oder der Ställe, defjen Vertreter, den mit der Beauffichtigung, Wartung und Pflege der Tiere oder der Ställe hetrauten Berfonen und Tierärzte betreten werden. abgejperrten Ställen verkehrt haben, dürfen erft . nach vor[hriftsmäßiger Desinfektion d.Seuchengehöf verlaffen. 1 . 8 183. Zur Wartung des Kauenviehz dürfen Verfonen nicht verwendet merden, die mit fremdem Kimenvieh in Be rührung fommen. B. Borfchriften für nidht verfeuchte Sehöfte des Sperrbezirks. 8 14. Sämtlidhes Klauendvieh unterliegt der Abfonderung im Stalle. Alle Hunde im Dorf find feftzulegen. Der Felt- Tegung ift das Führen an der Leine und hei Biehhun- den die fejlte Anfchirrung glei zu erachten. Die BVer- wendung von Hirtenhunden zur Begleitung von Herden. und von Jagdhunden bei der Jagd ohne Leine kann geftattet merden. $ 15, Schlädtern, VBiehkaltrierern, fowie Händlern und an. deren Rerfonen, die gewerbsmäßig in Ställen verkehren, ferner _Berjonen, die ein Gewerbe im Umbherziehen a8. üben, ijt das Betreten aller Ställe und fonftigen Stande orte von AMauenbieh im Sperrbegirke, desgleichen. der Eintritt in die Seucdhengehöfte verboten, Sn befonder8 dringliden Fällen Kann die Ortspolizeis behörde Ausnahmen zulaffen. $ 16. Dünger und Jaude von Aauenvieh, ferner Gerät. fhaften und Segenftände aller Art, die mit foldem Vieh in Berührung gekommen find, dürfen auZ dem Sperr- | bezirfe nur mit ortspolizeilider Erlaubnis unter den polizeilich anzuordnenden Vorfidhtsmaßregeln ausgeführt werden. S-17: Die Einfuhr von KAauenvieh in den Sperrbezirken, jowie das Durchtreiben von {oldjem Vieh durch den Bezirk ijt verboten. Dem Durchtreiben von Klauenvieh i{ft das Durchfahren mit Wiederfäuerge[pannen gleichzuftellen, .. Die Einfuhr von KauenviehH zur fofortigen Ab. Idladhtung fann vom Landrat geftattet werden. Die Einfuhr von KouenviehH zu Nırk= und Zucht» ziweden, ift nur im Falle eines befonderen wirt{haftlichen VBedürfniffes mit Genehmigung des Regierungs-Präfidene ten, die beim Landratsamt zu beantragen ift, zuläffig. $ 18. Die Ausfuhr von fhlacdhtreifem Vieh zur fofortigen MAbfdhladhtung fann ausnahm8weife und nur in dringen- den Zällen mit Genehmigung des Regierungs-Präfidenten erfolgen, die wie im $ 17 Abjag 3 zu beantragen ift. 2, AIigemeines, 819. ! Zumiderhandlungen gegen die vorftehenden Beftim- mungen iverden. nach. den $8 74 ff. des obengenannten GSefekeS beftraft. , . ; 20. Diefe Anordnung tritt fofort. in Krafl. Se wird aufgehoben werden, jobald die Seuche abgeheilt und-die 1 M Verjonen, die in den’ vor{hriftsmäßige Desinfektion {tattgefunden Hat und ab- genommen ift. Fulda, den 9. April 1915. Der Landrat. Ireiherr v. Doernbhberg. An 15. April d. IS. joll eine Zwifjdenzählung der Schweine im gleiden Umfange wie am 15. März d. IS im Deutjdhen Reiche {tattfinden. Unter Bezugnahme auf meine Bekanntmachung vom 8. März O. IS. Kreisblatt Nr. 62/63, die Zwijdhenzählung der Schweine am 15. März 5. Y8. betreffend, veranlafje - ih die Herren Bürgermeifter und die Herren SGut2v0r= wor des Kreifes, denen in den nächiten Tagen die erfor» erlidgen Vordrucke zugehen werden, da3Z weiter ESrforder Tiche fÖlennigft in die Wege zu leiten. : Zugleich made id die KXreiseingefeffenen darauf auf= x 4 der BundesSratsverordnung vom 4. Mörz 1915 falldhe Angaben bei der Bählung unter Strafe geftellt find. Die Beftimmung lautet: „Wer vorfäßlidh eine Anzeige, zu der er aut grund diejer Verordnung aufgefordert wird, nicht erftattet, oder wiffentlid) unrichtige oder unvolljtän= dige Angaben macht, wird mit Gefängnis bis zu 6 Monaten oder mit Gelditrafe biz zu zehntaufend Mark beftraft; auch können Schweine, deren Vor- hHandenjein verfOwiegen wird, im Urteil für dem "Staat verfallen, erklärt werden.“ S SpäteftenS bi8s zum 17, AMpril d. IS. find jeitenS der Artsbehörden 2 Stück der Gemeindelifte mit der KReinfchrift der Zählbezirkslifte an mid einzureichen. Eine Verlängerung de8S Termins ift an8gefchlof- fen. Die 3. Ausfertigung der Gemeindelifte verbleibt bei der Ortsbhehörde. Sofort nad) beendeter Zählung, fpäteftenS aber am 16. Mpril d. I8. it mir das Ergebnis der Zähl- ung, nicht nur der Gejamtzahl der Schweine, jondern nach ihren Unterarten (Spalten 3 biz 11 der Gemeinde lijte) jofort drahtlidh oder durch Fernruf anzuzei- gen, jofern Jid) Die Cinjendung der Zählbezirksliften und der Gemeindelifte bis zum gleidhen Zeitpunkte (16. April) nicht ermöglichen läßt. Sulda, den 6. April 1915. Der Landrat: Frhr. »v. Doernberg. Much im abgelaufenen Yahre find bei dem Herrn OÖberpräfidenten vieljadh Gefjuche um Gejtattung von Hauskolleften wegen Bejhäbigung dur Brand oder Ha- gelfichlag eingelaufen, €3 zeigt dies aufs Neue, daß in weiten Kreijen, namentlich auf dem platten Lande, die Einfidht von der Yotmwendiakeit und dem Segen des Verficherungsmwefens Leider noch eine fehbr geringe ift. Wenn - auch die Brandverficherung der Gebäude. ihon mit Kiüchficht . auf die Möglichkeit einer Hhypotheka- rijden Belaftıung wohl ausnahmsweife durch geführt tt, Jo beruhen doch die Verficherungsverträge {ehr häufig auf ganz alten Schäkbungen, deren Wertannahmen dem Heutigen Preisverhältnifjen nicht entipredhen. Tritt dann Brand{dhaden ein, Io veidht die vertragsmäßige ESnt- 1hädigungsSfumme „oft nicht annähernd aus, um die Ge- bäunde auch nur nad) dem dermaligen Zuftand wieder her- zuftellen, Cine Verficherung des Mobilars fjowie der einge» ernteten Srüchte etc, gegen Brandidhaden wird aber in gar zu vielen Fällen überhaupt noch ganz unterlaffen. Und doch find bei der großen Konkurrenz zuverläffiger Vera fidherungsgefellidhaften jelbit für den gering Bemittelten mit einer foldjen Verfidherungsnahme Feine drücenden Ausgaben verbunden, Cbhenfo wenig aber werden dadurch vermöge der. Heut- tigem Ausdehnung des Agenturenwejen8 nennenZwerte Schwierigkeiten und Weitläuifgkeiten veranlakt. Bedenut- tender find {dHon die Koften, welche die Verfidherung der noch auf dem Felde {tehenden Früchte gegen Beldhädigung Durch Hagelichlag erfordert. Warum aber it dieje Verfidherung no fo teuer? Bejonders weil der Kreis der Verfidherten, der fih in der Hauptjacdhe aus Bewohnern des platten Landes bilden muß, nod) ein zu feiner ijft. Würde durch eine regere Teilnahme die Zahl der regelmäßigen Prämienzahler id erheblich umd ftetig vermehren, fo müßte alsbald ein Her- abgehen der Verfidherungsbeiträge eintreten, weil die Tra- gung der Schäden fih dann auf eine viel größere Anzahl Verlicdherter verteilen wird. Leider wird das noch) viel zu wenig erkannt. Wie- viele Jehen nod) in faljidher Sparjamfkeit eine Ausgabe für Hagelverfidherung al8 unnükg an, Sie meinen, e8 habe ja in ihrer Gegend jeit Menfcdhengedenfen niemals gehas gelt, an ihren Bergen würden fidh die Hagelwolfen immer zerteilen, Wie oft find nun foldde Sicherheitspropheten zu ihrem“ Schreden Idhon: ara getäufcht worden. Wenn dann die zerfdlagenen Früchte auf dem Felde kiegen und die [Höne Hoffnung des Iahres vernichtet it, dann wird nach fremder Hilfe gerufen und bitter bereut, daß man 1tnterlafjen hat, dureh Verfiderung fein eigener Helfer zur werden. €3 fann niemand Jagen, eine Verficherung fei un= nötig. Jeder follte vielmehr bemüht fein, zur Sicherung feines Vermögens gegen die zerftörenden Natıuvgewalten zur tun, mwa8 Menfchenkraft vermag. . Hiernadh) made ih darauf aufmerffam, daß in Bes ihädigungsfällen, eine Inanfprudnahme. der Sffentlichen Mildtätigkeit durch Veranitaltung von Sammlıng mit Erfolg nicht: mehr begehrt werden kann, wenn die Bes Ihädigten in der Lage waren, durch VBerficherumg {ich jeTbit zu THüßen, | n ] Die Herren Ort8borfteher des RAreifes haben für Verbreitung des Inhaltes diefer Befanntmadhung Sorge zu tragen. 5 Haulda, den. 5. März 1915. SR Der Landrat, ij. V.: Köhler, RednungSrat.