S83338S S 8 Erfheint fägliH mit Ausnahme der Sonns und Selertage, R Bezugs-Preis: MonatligH mit IUufkriertem Sonntaga-Siaft S 60 Pfennig, desgleiden durH die Pof bezogen auskhließe x BG Befteligeld. + + Einzelne Nummern Foflen 10 Pfennig, S Telege.-Adr.: Kreisblatt Sulda, + Sernfprecdher Kr, 85, 3 Derue und Verlag: 7. X. Uth’s Hofbuchdrucerei, Sulda, w 2002 ws 028 33mi 00088 + 22 + eSSS Die CEineädungs - Gebühren betragen für den Raum einer Spaeltzetie 15 Pfennig. Anpreifungen die Zeile 25 Pfennig, Für die an der Secfhhäftsfielle zu erteilende Auskunft oder Ans uahıne von Mhriftlidgen Angeboten wesden 25 Pfennig berechnet.” Pias- und Datenvorkhriften ohue Verbindlichleit, Verantwortlicher Schriftleiter: Zeo Uth, Fulda, Yr. 109, 22008822 233020000000 EP00rEEERSESEENTIENITSESITN $reitag den 7. Mai Amtliches, CGinladung! Ihn Sonnabend, den 8. Mai, nadmittag3 144 Ahr, wird der Vertrauensmann für die militäridhe Vor- bereitung ber Jugend, Herr Generalleutnant z. D. Sr gellenz ShHuwh aus Wiesbaden in der Turnhalle der xeuen Dompfarr{dhule, Kronhofitrake, einen Vortrag halk- dem über die Bedeutung und die Ziele der militäriidhen Vorbereitung der Jugend und am Sonntag, den 9. Mai, nachmittags 315 Uhr auf dem Ererzierplake des Artillerie: wegiment3 bas Hiefige Yıugendbataillon befidhtigen und Wraftiidhe Anleitungen geben. Zu diefer Veranftaltung find ale Herren de3 Kreifes und der Stadt Fulda, die Intereffe an der Deutfhen Yırgend haben und von der Wichtigkeit der jebigenm Yırgende erziehung überzeugt find, heralicft eingeladen. Die Iu- gendfompagnien der Umgegend, die den NebungsSplaß Zeicht erreichen Fönnen, werden gebeten, dafelbit am Soun- tag um 3 Uhr Aufstellung zu nehmen, Fulda, den! 3. Mai 1915. Der Landrat: 7 Der Oberbürgermeifter: Freiherr vd. Doernbherag. Dr. Antoni. Viehleugenpolizeilige Anordnung. Naddem die Abheilung der Maul- und Kauenfeudhe . Amter den Schweinen des Oberamtmanns Kerftew auf Domäne Waberzell amtlidj fejtgejtellt worden {ft und die Abnahme der Desinfektion [tattgefunden hat, beftimme id "im Anflug atı meine viehfeuden polizeilide Anord- nung vom. 27. März DdiefeS Yahres., Kreisblatt No. 79, folgendes: St. Die über den‘ meindebezirk Maberzell verhängte Sperre wird mit Wirkung vom 7. Mai d3. I8. aD auf“ gehoben. a 82. . Die für den Gemeindebezirk Maberzell und die verfeucht gemejenen Gehöfte im befonderen angeordneten Bejtimmungen werden zurücgezogen. Sulda, den 5. Mai 1915. Der Landrat, i. V.: Köhler. Sefunden: Mehrere Schlüffel, 1 Handtafdhe, 1 Zäldhchen, 2 Portemonnaie mit Inhalt, 3 Schulbücher, & Geldjdheine, 2 Anhänger, 1 Damenuhr. Zugelaufen : 1 großer weiber Hund mit gelben Hleden, 1 großer brauner Hund, 2) Deutfe Frauen. Sin KXrieg8rtoman auS der Gegenwart von Anny Wothe, Copyright 1914 by Anny Wothe, Leipzig. Nachdruck verboten. Cine Schweiter vom Roten Kreuz, groß, Ihlank und blond, das blühende Antlig von hehritem Mitleid geadelt, Ichreitet mit einer Truppe von Trägern über den blutigen Kain. Oft meint fie nicht weiter zu fönnen,den unendlich graufigen Anblick zu ertragen, aber wenn fie, immer mies |. Der eine bittend erhobene Hand fieht, wenn ein fchtwacher Hilferuf ihr Ohr trifft, und fie dann, Hilfe penbdend, das Danfkbare Lächeln der Vermwundeten ficht, die fie al3 RKet- terin begrüßen, wäcft ihre Kraft. Sie meint Berge verfeben zu fönnen, Urfula von Trelfenburg, die, Faum vom Sterbebett des Vater8 kom mnrend, jeßt hier vom Roten Kreug mit vielen ihrer Schwe= tern hinausgefandt ijt, um dem graufigen Senfenmann Jjeine Beute abzırjagen. Urfurla tırt e8 mit Liebe. Ohne Kalt und Kuhe Hilft fie, richtet auf, tröftet. Immer mehr erftarkt ihr Mut: Die Krankenpfleger ftaunen fie an. Woher kommt diejen IAivachen Weibe die Kraft? Sie haben ja 10 vieles Thon an Obpfermut umd AufopferungsSfähigkeit ge- jehen, aber biefes blonbe ernite Mähdhen {Areitet, mild gebietend, wie die Germania felbit, über das Schlacht- gefild, und wo ihr Raurk hintritt, wo fie fih erbarmend herniederbeugt, da wird das blutige Feld zur Segensaue, da werden weinende Aıygen hell, umd Verzagte Ternen {ic aufrichten und ihrer eigenen Kraft vertrauen. Die Automobile mit der Roten Kremz-Flaqge jagen mit den Vermundeten den Lazarettitationen 31. Nede gewonnene Minute kann ein Menfchenfeben retten. Nur ein Mutomobil von dem Zuge, das Urfula von Trellens burg aunterfteht, if am Wegrainm zurücgebhlieben. Die Träger warten, ' Nebergang über die Wisloka erzwungen, fondern auch Tagesbericht der oberjten Heeresleitung. 2160 $Franzofen gefangen. |W. Großes Hauptquartier, 6, Mai. (Amtliches Telegramm.) Weftlider Kriegs{dauplag. Auf der ganzen Front fandem nur Artileriefämpfe {tatt, Bei Ypern wurden weitere Fort{dhritte, fo durdh Sin- nahme der Ferme Banheule und an der Bahn Meffiness Ypern gemadt. 3 wurden einige hundert Gefangene und 15 Mafjdinengewehre erbentet, Im Waldgelände wefitlid Combres fielen bei einem Borftoß 4 franzöfifde Offizier, 135 Mann, 4 Mafdinengewehre und ein Mi- nenmerfer in unfere Hände. . Unfer geftriger Angriff im Aily-Walde führte zu dem erjtrebten Erfolge; der Feind wurde aus feiner Stellung geworfen, Mehr als 2000 Franzofjen, darunter 21. Offi- ziere, 2 Gefüge, fowie mehrere Majcdhinengewehre und Minenwerfer blieben unfjere Beute, Die blutigem fran- zöfilden VBerlufte waren fehr [(Hwer, Nürdlih Flirey bei Croix-de-Carmes griff der Feind an. Nördlich des erft* genannten Ortes drang er an einer Stelle bis in unfere Gräben, Um ein Meines Stüf wird noch gefämpft. An ‚anderer Stelle wurden die Franzofen zurücgeworfen, In den Bogefen wurde ein Borftoß gegew unfere Stel- Iung nördlidh Steinabrüc abgewiefen. Deftliher Kriegsthauplag, Südöftlih Mitan, füdlih Szadow und Sftlich Roffieny dauern die Kämpfe noch an, Südlidg und füdweftlich Kalwarja it unfjere Stellung im Laufe des geftrigen Tage3 mehrfach von tarfkfen ruflifden Kräften angegriffen worden. Sämtlidhe Angriffe [Heiterten unter großen Ver- Iuften des Feindes, Chenfowenig Erfolg hatten feindliche Vorftöße gegen unfere Brücenföpfe an der Pilica, Die Fejitung Grodno wurde heute Nacht mit Bomben belegt. Südötlidger KXriegsfhauplat. In Weftgaliziem verfuchten die NMadhHuten des {lich tenden FJeindes dem unter Befehl des Generaloberften v. Madenfen {tehenden verbündeten Truppen geftern ver- zweifelten Widerftand zu leiften, der aber auf der Höhe Des Hinfen Wisloka-Nfers, ober- und unterhalb der Ropa- Mündung mit wucdhtigen Schlägen; gebroden wurde. Nody abends war nicht nur an mehreren Stellen de efte „Dorthin“, mahnte Urfula, denn da drüben glaubt fie eine erhobene braune Hand zu gewahren. Sonft nichts als Leichen und wieder Leiden am fie her. Und fie JOreitet den Männern, die noch weiter hier und da Umfehau halten, voraus, hinüber zu dem Rand des Grabes, wo eben die Männerhand fidh zeigte. Sit er inzwijden audy fchlafen gegangen, der noch foeben bittend die Hand erhob? Seht niet fie an feiner Seite, durch ihre Seele: it er tot, der da Jo fımm und bleidh vor ihr liegt; die Itarre Hand Felt um die. Franzöfifidhe Fahne ngeflam>- Sin Schauer geht "mert, die er heldenkühn erbeutete? „Dieter“, ringt e$ ih wie ein Schrei von Urfulas Lippen, „Dieter!“ Da Ihlägt der Verwundete die Augen auf. Sin gei- fterhaftes Zächeln irrt um feinen zudenden. Mund. „Du bift da“, fommt e8 wie.ein. Haudy aus feinem Munde, Ih wußte, daß Dur. fommen) mürbeit, Urfula, immer imwarit Dur. bei mir, immer, immer.“ „Ich bringe Did) heim, Dieter, zu Deiner Frau, zu Hilde“, flüfterte Urfula, erfdhüttert vor Jammer, ihn, den Starfen, fo hilflo8 zu fehen. „Zu Hilde“, murmelte er, wie fi befinnend, und dann, nodh) einmal: „Zu Hilde — id bin fo müßbe, Urfula.“ Wenige Mugenblide fpäter hatte man ihn mit nodh aivei anderen VertvunDdeten in das bhereitftehende Aırto- mobil gehoben, Urfula hatte an. feiner Seite Plab genom- men, und fort ging e& in [Aneller Fahrt den Lazaretten Cr Die Sonne it verglüht. In zartlila Farben verblakte Das lebte Abhenbrot am Himmel, und eine milde, weide. Sommernacht zieht her- auf mit ihrem funfelnden Heer von Sternen. Hand auf die Dukla-Papftrafe dur Befegung des Ortes gleiden Namens gelegt. In Gegend Sftlid von Tarnow und nördlich bis zur Weichfel wurde auf dem redhtem Ufer des Dunajec bi8 in die Nacht hinein gefochten, Die Zahl der bisher gemachten Gefangenen Hit auf über. 40 000 geftiegen, wobei zu beadhtem ift, daß eS fih um reine Frontalfämpfe Handelt, Im Bestiden-Gebirge an der Lupkow - Pafıftrafe {reitet ein Angriff der Kräfte des Generals der Kavyal- lerie von der Marwig, gleihlanufend denjenigen der Hiter- reid-ungarifjden Armee, mit der fie in einem BVBerbande ftehen, günftig fort, Der Welt-Krieg. Zur Rriegslage., _ UYeber die allgemeine Kriegslage führte Major Deuts telntojer auS: Bei Ypern ift der nach Olten vorfpringende Teil der feindliden Stellungen aus vier Kilometer ein« gedrückt worden. Der Feind geht regello3 zurüdg und murde von Infanterie und Mafchinengewehren aufgenom- men. Der-AÄngriff gegen feine neuen Stellungen in Rich- tung auf Ypern wird fortgefebt. Der bisher gewonnene 4 Kilometer tiefe Raum und die in ihm Kiegenden ge» nommenen feindliden Stellungen‘ find - mit zahlreicher Toten: hededkkt. Von Ailly aus weiter im Siüdoijten it heute ein An= griff in Jüdöftlidher Richtung im Gange. Sr geht erfolg reich vorwärts und Hat uns bisher 10 Offiziere und 750 Mann alz Gefangene eingebracht. Mut dem Jübsöftliden KXriegs{dhauplak in Weftgalizien find bisher Drei feindlide Stellungen hintereinander Durchitoßen worden. Die legte feindlidhe Stellung befand HH noch weitlid) der Wisloka. In den lebten Kämpfen! hatten die Kuffen bereit neue Verjtärkungen eingejebt, von Denen Teile bereit? gefangen genommen wurden, und die Jomit in den rıurffijhen Rückzug hinter die Wisloka hineingezogen find. Der Angriff wird gegen die Wisloka fortgefjebt. Dejterreicher. find ne dal in erfolgreichem Vorgehen; Die ruffijdhe Stellung hinter dem Dunajec ift ebenfalls an mehreren Stellen durdhitoßen. Die Rulfen gehen auch hier zurüc,. Das Gefjamtergebni8 der Siege der lebten Tage und der Erfolg aus den Gefamtoperaionen in den Die fMlimmern über bie Toten wie Lichter am Weih= nacht8baum. * * Und wieder hallen Siegesnachridhten durch die Welt, Der Schlußakft von Namur hat begonnen, fünf Forts find bereit8 gefallen. Die Maastalitrake vor Namur, diefe Riefenftraße. ivar wie ein weites Mansvergelände. Hunderte von Wagen mit Munition und Verpfleg- ıungsborräten aller Art raffeln in endlofen Reihen dahin. Kavallerie und Artilleriefolonnen und Fußtruppen Des wegen Jich zu Taufenden die Strake entlang, Kornblumen am Helm umd an der Bruft oder eine flatternde rote Mohnblume am feldagrauen Roc, mübe und heftaubt und doch mit hellen‘ Yırgen, ein Zied auf dem Lippen, fo ziehert die Krieger, er]höpft vom Rampf und doch mutig, zuver» jichtlich umDd fiegesfreuDdig, neuen Kämpfen entgegen. Näher nach Namur ift die ganze Strake mit belgi= Ihen Musrültungsgegenitänden befät, Süähel, Seitenges wehre, Rochtäpfe, Fahrräder, Tornifter, Mäntel, Gewehre Hegen zu Taufenden umher, . ; Muf der Flucht vor dem eifernen. Deutfhen Waffen, die Jo ficher treffen, haben die Belgier alles von fich getwor« fen, mwa8 ihnen irgendivie hinderlidh war, : Nım Jäubern die deutidhen Soldaten die Wege und Itapeln ganze Wälle von Beuteftücen zu beiden Seiten des Weges auf. Neberall vor Namur find Lagerpläbe errichtet, wo bie Mannfdhaften abkochen und den Staub in den fihlemi Flıttem der Maas von ihren Gliedern fpülen, Im der Ferne aber noch donnern die Kanonen, die den leßtermt Sort8 der Feftung den Saraus maden. Hortfeßung Folgt. Die recht und links von un8 angreifenden u ee ats eb au Be A Fr SAN 4 ) UNTEN EEE ne a Keen eb te tet ee U Cr UN TA NEE Sl &