Suldaer Kreisblatt 80 Pizmaig, tesgizldne burg bie Daß Deyogen =“ nm attte Yrmmam ra 39 Diseie. Zweites Blatt. 31./5.1915, | Amtliches, . XVILL Armeeforps Stellvertretendes Generalfommando, Moilg. IL. c/B. 7. = Nr. 2502. ; Hrankffurt a. M., dem 18. Mai 1915. — Bon den allgemeinen Berfügungsbelhränkungen des SteinfohlenteerS ijt ausgenommen: 1. aller Steinfohlenteer, der bei der Stahlherftelung in den. Stahlwerken verwendet wird, 2, die gejamte Erzeugung ber unbedeutenderen -SGas-= „ anftalten (Sahreserzeugung nicht über 150 t) und 3, der Steinkohlenteer, der zur Gerftelung der von Heer und Marine benötigten DadhHpappe gebraucht wird. hierzu {oll, wenn irgend möglich, fein Rohteer henugt werden, jondern Teer, dem die Leicht- und Mittel- öle entzogen find. Murfflärung über etwaige Zweifel erteilt daz SGeneral- fommando Abtlg. IL c/B, ‘ Bon Seiten des Generalfommandos. Der Chef des Stabes: de SGraaff, Generalleutnant, Wird veröffentlicht, Yıurlda, den 20. Mai 1915. Der Landrat. i, V.: Köhler, Rednungsrat. Bekanntmadung, Dur Ausführung der diesjährigen Wiederimpfung der in Jahre 1903 geborenen impfpflidhtigen Schüler und Schilermnen der, Stadt Fulda, fowie derjenigen SAHüler und. Schülerinnen der friiheren Jahrgänge, die bis jekt den Rachweiz der erfolgreiden Wiederimpfung nicht er- bracht. haben, ohne daß fie von ihr gänzlich entbunden find, werden nadfolgende Termine in der Turnhalle der nexen Domidhule in der KAranbofftraße angejebt: SU Donnerstag. den 10. Juni d. IS., vormittags ne b) Für die Schüler der {tadtpfarrliden Knabenidhule: Donnerstag, den 16. Iumi d. I8., vormittags 9 Uhr, c) Sür die Schiler der dompfarrliden Anabenfchule: Donnerstag, den 10. Juni d. I8., vormittags 91% Uhr. d) ZJür die Schüler der evangeliidhen Anabenfchule und aller übrigen Schulen am 10, Juni, vormittags 10: Uhr. €) Zür die Schülerinnen der [tadtpfarrlidhen Mäd- DHenihule: Hreitag, den 11. Juni d. I8,, vormittags 8 Uhr. ff) Zür die Schülerinnen der dompfarrlidhen Mäd- dhenjchule: Freitag, den 11. uni d. Y3., vorm. 81% Uhr. g) Sür die Schülerinnen der evangelifjdhen Mädchen» jchule und aller übrigen Schulen: Freitag, dem 11. Juni D. 88., vormittags 914 Uhr, Zur Vornahme der NacdhihHautermine werden folgende Termine fejtgefebt: ‘ a) Sür die Schüler des Ghmnafiums und der Ober- re Donnerstag, den 17, Juni d. I8., vormittags / T, b) ZWr die Schüler der {tadtpfarrlidhen Knabenfdhule : Donnerstag, den 17. uni d...I3., vormittags 814 Uhr: c) Sür die Schiler der dompfarrlidhen Knabenfdhule: Donnerstag, den 17, Iımi d. I8., vormittags 81% Uhr. d) Zür die Schiller der evangeliihen KAnabenfchule umd aller übrigen Schulen: Donnerstag, den 17. Juni D. 38., vormittags 834 Ubhr. 65) Deutfhe Frauen, Sin Ktiegsroman auS der Gegenwart von Anny Wotbe. Copyright 1914 by Anny Wothe, Leipzig. Nachdruck verboten. Nım iit eS doch gejdhehen, Paula, Dein Herz hat Did 3 dem meinem gezwungen, Das ift [o Der Liebe Brauch. Ad A Füfe im Geifte deinen füßen, {tolzen Mund, meine Braut. Vielleicht, Geliebte, wirft Dur mir ja nie, nie am unjer Glück vernichtet, aber ich glaube e& nicht. Mir ift €S als hätte deine Liebe mid) geheiligt, al8 Fehrte ich unver- Tebt zurück — in Deine Arme, Das Lo8, das ih Dir bie- ten fann, Raula, wird, wie Dır weißt, nur befdheiden fein, aber. ich fühle e& an jedem Schlag meines Herzens, daß Du nichts begehrit al8 mid und meine Liebe. Auf blı= tiger Walftatt IOhließe ich mit Dir hier umfjernm Bund fürs Leben. Gott helfe un8 weiter! . Smmer Dein. Helmdag.“ Paula Kiefen- die hellen Tränen über das blühende Seficht, „. Demiütig wollte fie fein und dankbar gegen das Schicjal, Das es noch fo. gut mit ‚ihr gemeint und ihr Helmdag wieder zugeführt. „Und Paula jebte fich hin und fhrieb einen Iangen, glücksfrohen Brief, Bogen reihte fi) an Bogen, und all Die weißen Blätter flogen no an, demjelben Tage hinaus in Seindesland, wo Millionen, Menfhen fih im blutigen _ Mingen gegenüberftanden, den Tod vor Augen, der grin- end eine reihe Ernte Hielt. { r Helmdag Weiten Jah dem Senfenmann Furchtlos in das finftere Antlit. Xhn Konnte der dunkle SGefelle nicht Ichrecen, denn ihn {hirmt die Liebe, die Liebe, Die Htärker At al8 der Xod, a) Für die Chüler des SGymnafium8 und der Ober- | Herzen ruhen, denn wer weiß, ob nicht eine Augel all { e) Kür He Schülerinnen Ser {tadipfarrlidjen Mäd- Henfdhule: Freitag, den 18. Yuni d. I8., vormittags 8 Uhr. f) Sür die Schülerinnen der dompfarrliden Mäd- GHen{dule: Freitag, den 18. Juni d. I3., vorm. 814 Uhr. g) Zür die Schülerinnen der evangelifdhen Mädchen- jOule und aller übrigen Schüler: Freitag, den 18. SIunt d. S., vormittags 81% Uhr. Eltern, Pflegeeltern und Vormünder, derem impf- pflidhtige Kinder und Pflegebefohlenen) zu den angejekten Smpf- und Nacdhidhauterminen nicht gebracht werden, hHa- ben mittel8 der im. Gefeb, vorgeldhriebenen. Bejdheinigung | (Smpficdhein-oder ärztliches Atteit) bei dem unterzeichneten Nolkizeidirektor, den. Nachweis zw führen, daß die Imp- fung ihrer Rinder erfolgt oder. aus einem gejeßlidhen ‚Grunde umnterblieben ft. SH mache no ausdrücklich darauf aufmerfiam, daß eine vorläufige Befreitng von der Impfung wegen Krank heit oder Shwächlichkeit nur auf Grund eines ärztlidhen ZeugniffeS erfolgen fann. Schriftliche oder mündliche Entihuldiaungen find odne Zeuani3 wertlos. der, die den ihnen obliegenden Nachweis zu Führen unter- laffen, alfo beiverfolgter Impfung den Impfidheimw und bei Krankheit das ärztlide Zeugnis nidt vorlegen, wird das Strafverfahren nadı & 14 des Reicdhsimpfgefekes vom 8. Mpril 1874 eingeleitet werden. En Indem ih noch ausdrücklich hervorhebe, daß bei AuıS- führung der öffentliden Impfung nur. animale Lymiphe au3 dem zu Cafflel erridhteten Aöniglidhen. Inftitut zur Gewinnung. animalen. Jmpfitoffes verwendet wird und die Impfung nidt von Arm zu, Arm gefdhieht, weife id zur Nacdhachtung auf die zum Mdrud gebrachten Vor- Ichriften für die Angehörigen der Impflinge hin. Diefe Gefährdung anderer Perjonen und des Impflinag3 felbit durch Nebertragung von Vaccine möglichtt zu verhüiten, Ein Sonderabbruc diefer Vorfdhriften wird dem Angehö- rigen der Wiederimpflinge durch die betreffenden Schulen zugeltellt werben. Fulda, den 26. Mai 1915. - Der Königlidhe Polizei-Direktor, Hreiherr vd. Doernberg. Bekanntmahung, betreffend BeftanderhHebung und Befhlagnahme von alten Baumwoll-Lumpen und neuen baumvollenen Stoff abfällen. Nachftehende Verfügung wird hiermit zur allgemei- nen Kenntnis gebracht mit dem Bemerken, daß jede Neber- tretiung (morunter auch verfpätete oder hnvollitändige Meldung fallt), jowie jedes‘ Anreizen zur Nebertretung der erlaffenen Vorichrift, foweit nicht nad) den allgemeinen Strafgejeben höhere Strafen verwirkff find, nad $ 9 Ziffer „b“ des SGefebes über den Belagerungszuitand vom 4. Juni 1851 oder Artikel 4 Ziffer 2 des Bayerijdhen GSejebes. über den Kriegszuftand vom 5. November 1912 mit Gefängnis bis zır einem Xahre, gegebenenfall® nad S 5: der Bekanntmachung über Vorratserhebungen vom 2. en 1915 mit den hier vorgefehenen Strafen belegt wird. ; $ 1. Inkrafttreten der Verfügung. a) Die Verfügung tritt am 1. Yani 1915, mittags 12 Uhr, in «Kraft. 6) Zür die in $ 3 Abjab d bezeichneten Segenftände treten Meldepflicht und Beidhlaanahme erft mit dem Emp- fang oder der Einlagerung der Waren in Kraft. c) Beihlagnahmt and meldepflichtig find auch die nacdy dem 1. Yuni 1915 etwa hinzukfommenden Vorräte; bei dem dur S 5 betroffenen Berjonen, SGejellihaften auf. jedoch nur, wenn damit die zuläffigen Mindeftmen- gen überfcdhritten werden, : d) Falls die in S 5 aufgeführten Mindeltmengen am 1. Juni 1915 nicht erreicht find, tretem Meldepflicht * * Gilde war, als fie daS RAranfkenzimmer verlaffen, wo fie ihrem Mann Hand in Hand mit Urjula fand, mit miüßden. Schritten hinauf in. ihr Zimmer gegangen. „Was. nun?“ fragte ihr itummer Blick, mit dem fie fih in ihrem ftillenm Reich, das3 ihr fo lieb und jo vertraut geworden, umfah, „Was num?“ Die Füße waren ihr fo fhiwer und {jo müde. Wie ein Schleier Jank eine Binde nad der anderen von ihren MNurgen. Dieter8 Fieberphantafien hatten fie zuerft wohl er- Idhrect und beunruhigt, aber fie hatten ihr doch Feine GSemißheit gegeben. Mit aller Kraft hatte fie immer wie- der den auffteigenden Gedanken, dak Dieter nicht fie, Jon» dern ihre Schivefter Urfula Tiebte, von Kid gemwiefen, Aber immer hatte der Verbacdht Boden gewonnen, und als fie Heute die beiden pPlößlidh Hand in Hand fah, da war ihr j grauenvbolle Gemwißheit geworden, daß Dieter fie nicht Tiebte, „Nırr fort!“ war Hildes einziger. Gedanke. Nichts mehr jeben, ihn nicht und au fie nicht, Die fie fo heiß Tiebte, ihre Schwefter, mit der fie ftet8. jeden Gedanken geteilt, die falt ein Stüd von ihr jelber geworben war. Sie fonnte ja gehen. Niemand mürde fie vermiffen. Tante Sabine und Paula waren da umd Urhula, Da war der Kranke in guter Hut, Hilde Tächelte bitter, und dann begann fie, in ner- vöjer Haft Kiftem und Kaften aufzıgiehen, um wenigjtens das Notwendiafte zufammenzupaden, die fie mitnehmen wollte auf ihrer Flucht zur Mutter, ihm nicht. - Sie wollte dem dankerfüllten' Blick, daS be- freite Aırfatmen nicht jehen, wenn fie ihm fagte, daß fie fü“ trmumer ginge, Daß er frei Jet, Daß fie. ihm und Urfutla den Weg bereite. Gegen diejeitigen Eltern, Pflegeeltern und Bormün- | Voridhriften. find neuerdings ergänzt worden, um eine |. und Beidhlagnahme für die gefamten Beftände an dem Bon niemand wollte fie Abichied-nehrmhen, aud von | Vage in Kraft, an weldem diefe Mindeitvorräte übers {dritten werden. en e) Verringern fidh.die Beftände eineS von der Verfü gung Betroffenen nachträglich unter die angegebenen Min- deftmengen, fo behält die Verfügung trobßdem für diejen ihre Gültigkeit. Sc: . Bon der Verfügung betroffene Gegenitände, a) Meldepflidhtig umd. befhlagnahmt find vom felts gefebten Meldetag ab bis auf weiteres ‚Tämtliche Vorräte der nachftehend aufgeführten Klafien (einerlei ob Vorräte einer, mehrerer oder fjämtlider Klafjen vorhanden Jind), mit: Ausnahme der in $ 5 bezeichneten Vorräte: Kaffe Gegenftand Anand 1. Mite helle-Kattun- und Barhent-Lumpen, fortiert amd original, 2, Alte mittelhelle Rattun- umd BarhHent-Lumpen, A0t= ; tiert und original. F 3, Alt original bunt Kattım- und Barchent-Sumpen, au8gehlommen gefondert gehaltene blaue, rote und {Omwarze baumbollene Zumpen, Jowie {olches Mas terial, das ausfdhließlich für die Pappen-Fabrika- tion verwendbar ift. En 4. RKunftbaumvolle, aus dem Sorten der KMafien 1—3 Melde- ohne Zujaß von Del Herageftellt. 6) Nur meldepflichtig find vom feitgejebten - jämtlidhe Vorräte der nacdh{tehend mehreres tag ab bis auf weiteres äte d aufgeführten XMaffen (einerlei_ob Vorräte einer, oder Jämtlicher. AMafien vorhanden find), mit Ausnahme der in S 5 bezeichneten Vorräte; Klalfe Gegen{tand 'A. Mlte baumbollene Lumpen: 5. Alte weiße baumvollene Qumpen aller Art, ausge nommen qgefonDert gehaltene Gardinen, Mull, ge= hHäfelte und geftärkffe Sachen. Mit trüb weiß Kattıum, alle Sorten. Mit weiß und trüb weiß baumvollgeftriet. Mlte blaue Kattun-Sumpen. Mit Sojenzeug und Engliih Leder: ES Mt bamt baumvollaeitrict und Trikotagen, original and in. Farben, jortiert, außer fchiwarz. B. Neue baumvollene Stoffabfälle: „ Neue weiße Wärdheabjhnitte, Kattıum und BarchHent, alle Qualitäten, . Neire helle, bunte und farbige Kattune und Barchent original und fortiert, in allen Qualitäten, ausge» nommen gefondert gehaltene rote, Glakte ihwarze Abfälle, Towie Segeltuche. Neu Enaliih Leder. Kurnftbaumwolle, aus ben Sorten der Kalten. 5—13, ohne Zufjag von. Del Hergeftellt. 15. CO. Unfortierte, fogenannte bunte Qumpen. (Sammelware, nicht nad) Stoffen und Karben geordnet. )i Kon der Verfügung betroffene Perfonen, Gefellfdhaften aufn ) Von diejer Verfügung betroffen, werden: a) alle gewerbliden Unternehmer u: Sirmen, In derem Betrieben die in 8 2 aufgeführten SGegenftände erzeugt, gebraucht oder verarbeitet werden, foweit die Vorräte {ich in ibrem Gewahrfam oder bei ihnen unter Zollaufficht befinden; s e 6) alle Berfonen und Firmen, die Joldhe SGegen{tände aus Anlaß ihres Handelsbhetriebes oder Jonit des SErwerb3 wegen für fich oder für andere in Gewahriam haben, oder wenn fie fi bei ihnen unter Zollatfficht befinden; f c) alle Kommunen, Sffentlich rechtliche Körpericdhaften und Verbände, in derem Betrieben Toldje Gegenitände et: zeugt, gebraucht ober verarbeitet merden, oder Die: Toldhe Gegenftände in SGewahrfam haben, foweit die Vorräte Jich in ihrem Gemahriam oder bei ihnen unter Zollaufficht befinden; . ; ; d) alle Empfänger (der unter a bis c bezeichneten Mrt) folder SGegenftände nad) Empfang derjelben, falls die Gegenstände jich am Meldetag auf bem VBerjand befin= S DAS 12. 13. 14. Nın ftiegeS dodh mie ein wildes Schludzen aus ihrer Brauft herauf. Und plößlidh dachte fie: Wäre er Da draus Ben auf dem Schlachtfelde geblieben, da Könnte ich wenta= ften8 um ihn weinen, R m Mber ‚glei. darauf. färbte dunkle SGiüt ihr bleichesS Geficht. Sie {dhämte fih in inneriter Seele ihres Hündigeni Gedankens. Nein, ihre Aufgabe war e$ jebt, Urfula und Dieter den Weg frei zu machen, ihnen zu helfen, die, daS Firhlte fie, beide aleih TAiwere Bürde trugen. . Und dann fonnte fie nicht anders, fie Tebte fi am ihren Schreibtifgh nieder und warf ein paar Zeilen am Dieter auf ein Blatt Papier. - Sie war ihm. do wohl jcdhnuldiaq, zu jagen, daß fie Für immer ginge. n Nırr war ihr Meine8 Reijetäjdchen gepackt, Sie mußte e8 felber zur Bahn tragen, oder vielleicht fand fie im Dorfe unten irgend einen Jungen. In längitens einer Stunde fonnte fie bei ihrer Mutter fein. Und wie Heimweh überkam eS plöglih Hilde nach den treısen Mutterarmen, dem Mutterherzen, dem fie. num neite3 Leid aufbürden wollte. ı 4 Hilde warf den dunklen Stanbmantel über ihr Idivar- 2e3. Kleid und febte den Ihiwarzen Sut mit dem langen Trauerfhleier auf das rotbraune Haar. Sie erIdhrat, als fie zufällig in dem Spiegel fah, To geifter8bleich Marrte ibu eigenes Seficdht ihr daraus entgegen. . Ob ihr audy niemand begeanete, der fie aufhalten Fonnte? ) Wie ein Dieb. mußte. fie. {ich hier. aus dem. Haufe {hleichen, ine dem fie Techtlos weilte, die‘ ungekiebte-Rrau ihre Mannes, dem jeder Gedanke ihres Herzens galt. # 5 SB g Folgt. —