Fuldaer Kreisblatt ‚fir.140. Zweites Blatt. 16./6. 1915. Amtlides, = Sur bernd Zweds Herbeiführung eine8 erleidhterten äftSs verfehrs fjehe id mid veranlakt, den ER Wem — folgende Beftimmungen zur genauen Beadjtung wieder- — Holt mitzuteilen: 1. Alle Berichte an das Königlide Landratsamt müs jem entiveder auf gebrodjene Halbe oder, jofern e8 der umfangreiche Inhalt für erforderlich erfdheinen Täßt, auf ganze Bogen erftattet werden. Den Be _Tidhten ift folgende Form zu geben: Srites Beiflpiel: KXangenbieber, 3. Yuni 1915, „Betrifft: Herftellung des \ Semeindebrunnens. Bur Verfügung vom 30. Mai 1915. FIN. II: Nr. 3514, 1 Anlage. 9 Die nebenerwähnte X HS. Verfügung hierneben zurüg- reicdhend, berichte id, daß 111m. wi ee ea we el lei Mn das $Sniglide Landratsamt zu } Fulda, Ans der . * xzmenhof, den 4. Juni 1915, “Betrifft: Feuerbifitation. T > Zur Verfügung vom 20. Mai 1915. : im Kreisblatt Nr. 38, IMurf die nebenerwähnte Verfügung berichte ich, daß 20. ee N HI In das Königlide Landratsamt zu Fulda, Bieten die den Ortsborftänden! zugegangenen £ SS. Verfügungen den crforderlidhen Raum, {o ift e8 geftattet, Sie Berichte auf die Verfügung felbit zu jhreiben, In diejem Falle ft den Berichten folgende Form zu geben: Hojenfeld, den 4. Juni 1915. X. ©. mit 2 Anlagen dem Königlidhen Landratsamte "zu Sulda mit dem Berichte zurüczureichen, daß ulm. Der Bürgermeifter: 2, Die den Ortsorftänden mit dem Vermerk „v. D. X.“ (vorbehaltlich der RKücfendung) zıugefandten Verfügungen oder Verhandlungen müfjjen tet? den Berichten wieder beigefügt und dür» fen niemals zurüfbehnlten werden. DHulda, den 5. Juni 1915. . Der Landrat: Frhr. v. Doernbera. Rriegs- Allerlei. — Die Menfdhenverkufte, die jeder Krieg mit fidhH bringt, haben die Frage entftehen Iaffen, ob durch diefes gewaltige Völkferringen eine „Entvölferung“ der am Krie- ge beteiligten Qänder eintreten Iann. Sekt man die Zahl der Iriegrührenden Bölkferttämme mit 500 Millionen See- len an und die Gejamtverkufte an Toten ıumd folchen, die an ibrenr Wunden fterben, jährlidy mit 800 000 Menichen an, 70 mürden infolge der ftändigq zunehmenden SGeburten- ziffer no etwa 1 Million Menidhen in diejem einen Krieg8jahr hinzufommen. Das Verhältnis der Zoten zu den Neugeburten verhält fidhH nad der Berechnung bekfann- ter. Volkswirticdhaftler wie 1 zu 6. Von einer „Cntvöl- ferung fann allo feine Rede fein. — Sieger und Fußfoldaten im Kampf. > Unjere In- fanteriefolonnen haben e8 nicht leicht, Treffer gegen feind- lie Sieger zu erzielen. Sie müffen bei jedem Schuß damit rechnen, daß daS Ziel feine Stellung inzwirfchen verändert hat. Bemweagt fich z. B. ein Flieger mit etwa 25 Meter Gefchwindigkeit in ber Sekunde, jo müffen die Soldaten um 150 Meter vorhalten, um den Hlieger zu treffen, da das Gefhoß eine gewiffe. Zeit braucht, um fein Biel in der Höhe zu erreidhen. Auch die verfdhiedene Wind- Ytärfe muß bei jedem Schuß mit in. Betracht gezogen. wers Den. E38 Fönnen {tet8 nur Zufallstreffer fein, ein ab{o- Tıte8 Bieljchießen gibt e& dabei nicht. Die Chüßen müflen alfo ganz_hervorragende. Entfernungsidhäber fein. Auch bie O5he, im der fih der Flieger befindet, muß vorher eftgeftellt- werden. Das 8 Millimeter-S-CGefdhoß 1un{e- Te8 Infanteriegewehrs 98 Hat 4000 Meter Horizontale Schußweite, fenkrecht verfeuert fteigt e8 etwa 2650 Meter Hoch und braucht dazu eine Flugzeit von 18,5 Sekunden, Doch if über 1500 Meter Höhe mit dem Infanteriege[dhoß feine Wirkung mehr gegen Klieger zu erreichen, Betreffend: Verbot der Verbreitung der Rejoklutionen des Internationalen Hrauenkfongreffes im Haag. Auf Grund S$ 96 des Gejeges über den Belagerungs zufltand vom 4. Suni 1851 wird jede Art der Verviel- Tältigung und Verbreitung der Kefolutionen des Inter- A| nationalen Frauenkongreffes im GSaag, 28.—830, April ; |-1915, jowie jede Sffentlide Srörterung diefer Refjfokttio- nen für die Dauer des KriegSzuftandes im Bezirke des 18. Armeekörp3 mit Ausnahme des Befehlshereidhes der Felt ungen Mainz und Coblenz verboten, Zumwiderhandliungen werden mit SGefängniz bis zu einem Yohre beitraft. Frankfurt‘ (Main), den 27. Mai 1915. XVII Armeeforps. Stellvertretendes SGeneralkommando. Der Kommandierende General: Hreiherr don Gall, General der Infanterie, Bei den guten Erfolgen, die nad den biS jebt vor- FHiegendenm Mitteilungen bei unjeren im Felde ftehenden Truppen mit den Schhubimpfungen gegen Cholera und Typhu8S erzielt worden find, ericheint e& wünfdHenSwert, aucd) der Zivilbevölferung die Möglichkeit zu geben, nötis genfalls jolde Impfungen durch die praktiidhen Nerzte an ih ausführen zu laffen. Das Königlidhe Inftitut für Ynfektionsfranfheiten „Robert Koh“ in Berlin N. 39, HShrerftraße 2, hält die Impfitoffe zu folgendem Sin- heitSpreifen (einidhließlidG SebraudSanweifung, Packung und Korto) vorrätig: 10 ccm 1 M, 20 ccm 1 M 50 8, 100 com 4 M, 500 ccm 12 M, 1000 ccm 20 MM, SG made die Bevölkerung de3 hiefigen Kreijes hier- auf aufmerffam. DHulda, den 7. Juni 1915, Der Landrat: Freiherr v. Doernberg. Zu den Schuldverjdhreibungen der 31 %igen deut- Idhen Keidhsanleihe von 1905, 1906 werden vom 11. Juni d. 8. ab neue 3Zinsbogen ausgegeben. Die AusSgabe gefdieht durch Vermittelung der ; Kreißslaffen, Oberzollkfafifen und hauptamtlidh verwalteten Foritkalf{en. Den Vermittelungsitellen find die Erneuverungs- {cdheine (YZalon8) mit Verzeidhniz einzuliefern. Formulare zu Verzeichniffen werden ıunentgeltlid abgegeben. Fulda, den 10. Juni 1915, Der Yındrat: Frhr. v. Dnernberg. In Intereffe der VolksernähHrung ift in diejem Jahre hejonders Wert darauf zu legen, dak die nüblidhen Tiere und Nilanzen gefjchlibt und die Schädlinge bekämpft werden, Bei den Bögeln ift Für beide Maßnahmen die Zeit des Brutgefchäftes die mwichtigfte, Neben der Zeritörung der Bruten wird den [Hädlihen Vögeln am meiften durd die Vernichtung der Weibdhen Abbruch. getan, da dann die an ji bereit3 ir der Mehrzahl befindliden Männdhen die ilbrig bleibenden Weibchen jo keunruhigen, dak diefe viel Tach nicht zum Brüten fommen, Das ailt in erfter Reihe von den Sperlingen, die nicht nur durdh Verzehren erheb- Tier Setreidemengen, jondern auch durch das Verdrängen nüßlidher Söhlenbrüter die Landwirtidhaft jhädigen. Vertretungen der Vogelhändler find in diefem Sahre wiederholt wegen Abkürzung der für die gefhüßtenm Vögel beftehenden. Schonzeit vorftellig geworden, weil ihr Se- werbebetrieb unter der befidhränkften Zufuhr ausländifcher Vögel leide. E23 wird daher auf die Einhaltung der Wor- Ichriften‘ der SS 3; 4 des Vogelidhurkagefekes für das Deaut- ide Reid vom 30. Mai 1908 (ReidhZaefebhlatt S. 314) befonder8 zu achten fein. — Mit einer Kugel im Herzen am Leben geblieben ijt ein bayerifdher Infanterifjt; ein franzöfifihes SGeidhoß ging ihm aus ziemlider Nähe in die Brujtgegenb, fodaß er beivrptlo8s Iiegen blieb. Durch eine Röntgenaufnahme laut „Frff. Ztg.“ fand man das SGefchoß im Herzidhatten Fiegen. Da ein folder Befund zunächit unwahriheinkich erjiem und man» aus einer einzigen Köntgenaufnahme den Sik eines Fremdförper8 Kaum genau Lokalifieren fann, jo murde der KekfonvalesSzent wiederholt unterfucht. Mber joviel Aufnahmen man auch von allen Seiten machte, alle Bilder zeigten das Sejdhop im Herzen und zwar in der rechten Vorfammer. Man muß jagen, daß der Verlebte ein ungeheueres, abfonderlicdhes Glück gehabt. Die Kugel hat die Qunge durdhichlagen, it an den großen Ge: fäßen bvborbeigefchliüpft, ohne fie zu zermalmen, und hat Ichließlich die dünne Vorlammermwmand des Herzens durch» Ihlagen, ohne zu einer Verblutung zu führen. Der Zu- ftand des Vermundeten i{t gut. Befchwerden vonfeiten Des Herzens fehlen. Sine operative Sntfermung des Sefchoffes ift ıunterlaffen morden, da die Operation am Herzen 3U gefährlich ift. — Der Pferdefport yird trobß des Krieges voll auf Jeine Rechnung fommen,.. . Naddem der Hamburger‘ Renn- lub befchloffen hat, das „deutiche Derby“ am 8. Xuli auf der Horner Rennbahn laufen zu Iaffent, Hat aud) daz Ham burger Sportflub dem Belchluk gefakt, den mit 100 000 M ausgeftatteten Großen Preis von Hamburg am 25, Nauli. auf der Großborfteler Rennbahn zur Cntidheidung zu bringen. Die Freunde einer quten deutjdhen Pferde zucdht werden diefe Nachricht voll einfjhäben können, — Gin englifdger General auf der Refrutenfuche. Die englifden Offiziere Iheinen zu glauben, daß fie jeden, den fie gerade jehen, zwingen Können, in8S Heer einzutreten. Diejer Yrrtum hat dem Brigadegeneral Nidalls ein Strafe mandat von 40 M wegen tätlidhen Wngriffs eingebracht, Nach diejen Vorichriften it im der Deit vom 1. März Bis. zum 1. Oktober Das Fangen und die Erlequng vom Vögeln, fowie der Ankauf, der Verkauf und das Zeilbieten, die Vermittelung eines hierdurch verbotenen Ar- und Verkaufs, die Ein=, Aus und Diurchfuhr von lebenden, 10= ‚wie toten Vögel der in Europa einheimiden Arten über Haupt, ebenfo der Transport Joldher Vögel zu Handels zweden unterfagt. Diejes Verbot erftreckt fih für Meifen, RKleiber und Baumläufer auf das ganze Jahr. Dem Sana gen der Vögel wird jedes Nachitellem zum Zwede des an gen8 oder Töten von Vögeln, inZbefondere das Aufftelleni von Neger, N CURE Nele oder anderen Fanqvor* ridgtungen gleiÖgeadhte: Ferner made ih darauf aufmerfam, daß nach det Verordnung vom 16. April 1915 (Amtsblatt S. 127) jegliches Fangen von Vögeln mit Fangeijen unterfagt U Much [Hädlihe Tiere find alz Naturdenkmäler zu 1do0« nen, wenn fie Jelten find. Der durch fie angerichtete Schas den Kann ihrer geringen Zahl wegen wirtjdhaftlich nicht ins Gewicht fallen. Die Vertilqgung allen RaubzeugesS if yelbit der Pflege des jagdbaren Wildes nicht. dienkich, da eritere8 die natürlide Aufgabe hat, Franke und. Tdivadhe, zur Bucht micht geeignete Stüde zu befeitigen. Was3Z den PflanzenfHug anbetrifft, jo. ft befonderS zu verhüten, daß ein etinaiges Auftreten Des Kartoffel- fäfer8 unbemerkt bleibt . Bei einem Vergleide der Größe, Beidhnung und Färbung aufgefundener verdächtiger In- Jeften mit den Angaben auf den Plakaten, dieim vergan- genen Sahre den Ortsbehörden zugegangen find, wird. eS {idh.meift ohne zeitraubende und Koftipielige Srmittelungen Feitftellen Iaffen, ob eS id unmt den Kartoffelfäfer. hHan- deln kann. ; Die Ortapolkizeibehörden wollen diefe: Bekanntmadh- ung im ihren Gemeinden in ortsiüblidher Weile bekannt maden laffen und dahin wirken, daß fie Torgfältige Beach tung findet. ) Fulda, dem 16. Mai 1915, Der Landrat: Frhr, v. Doern ber. Bekanntmachung, _ Die Befhädigung der Reihs-Telegraphenanlagen betr: Zum Schube der Reichs = Telearaphenanlagen find durch das Gefeß vom 13. Mai 1891, betreffend die WAb- änderung von Veitimmungen des Strafgefekbuches Für das Deutihe Reich en Beltimmungen erlaffen: 817 „ Wer vorfäblich und rechtswidrig dem Betrieb einer zu öffentliden Zmweden dienenden Telegraphenanlage dadırr0 verhindert oder gefährdet, daß er Teile oder Zubehörungen derjelben bhefhäbigt, oder Veränderungen daran wMot>- nimmt, wird. mit Gefängnis von einem Monat his zu 3 Sahren beftraft. 8 318, Wer fahrläffiger Weife durch eine der vorbezeidhneter Handlungen dem Betrieb einer zu Sffentlidhen. Zweden dienenden Telegraphenanlage verhindert oder gefährdet, wird mit Gefängnis bis zu einem Xahre oder mit SGeld- itrafe bi8 zır neunhundert Mark beftraft. Unter Telegraphenanlagen im Sinne der $S 317 und 318 find Fernipredhanlagen mitbegriffen. Da die Reichs telegraphenanlagen in lebter Zeit häufig teil® vorlägßlidh (Bertrüummern der Ijolatoren durch Steintwlrfe etc.)- teil8 Fahrläffig (namentlidh beim Fällen von Bänmen) beidhä- Ddiagt worden Jind, jo werden die vorftehenden Beftimmun« gen hiermit warnend zur Sffentliden Kenntnis gebracht. Zugleidh wird demjenigen, welder vorfäßlidhe oder fahr- Lälfige Beidhädigungen der RKeidh3-Telegraphenanlagenm 10 zur Anzeige bringt, daß gegen die Täter mit Erfolg - eingejchritten werden kann, in jedem einzelnen Falle eine Belohnung Ei3S zur Höhe von 15 M Hiermit. zugefidhert. Caffe!,. am 25. Mai 1915. Aniferlidhe Ober-Poftdirektion. Wird veröffentlicht. Fulda, Sen 2. Juni 1915. Der Landrat: hr. v. Doernbherg. Der General ritt in Begleitung einer Dame in dem nord- erglifchen Badeort Scarborough und begegnete einem Fräf= tigen Menficdhen, den- er fofort anhielt und zornig fragte, warum er nicht diene, Die Antwort idhien dem General nicht zu gefallen, denn er verfegte dem vor ihm Stehenden einen jo heftigen Fauftihlag ins Seficht, daß der Mann bewuktIoS wurde. Solde KRofdys wollen dann in Eng» land alz Vorgefekbte auftreten. — Gine feltene Karriere. Der Direktor des Kaifer, Wilhelm-Inftitut? für phyfikalijdhe Chemie und Slektroe Hemie in Dahlem-Berlin, SGeheimrat Profeffor Haber, der den Rang eine8 Vizefeldiwebel8 der Landwehr a. D inne batte, ift wegen feiner bahnbredhenden Ver- dienfte um die Kriegstedhnik zum Hauptmann. der Lands wehr befördert worden. — Der fhwerfte Soldat des deutfdhen Heeres ftammt vom Sichsfelde, und zwar von Duderitadt. E38 iit der Ingenieur Alfred Lehne, der zurzeit als Lazarettverwalter im Referbelazarett „St. Iofephsheim“ in Frankfurt a. M. dem Vaterlande dient. Lehne, von aroßer {tattlidher Die que, befibt das anfehnlidhe Gewicht von 316 Pfund. Sein GSegenitick it ein Feldwebel in Frankfurt a. M., der hei etwa8 geringerer Größe 280 Pfund wiegt. E — Gin Sieg der [Hiweizerijhen Frauenwelt. Um in diejer fırrchtharen Zeit, vo die Kriegsfacel {0 viel Slend über die Welt gebracht hat, nicht in verfdhiwenderifhen GSeniiffen zu fhmwelgen, haben Schweizer Frauen den gewiß heroifchen. ESnt{hluß gefaßt, für die Dauer des Krieges dem Genmuffe aller Iururisjen Süßigkeiten zu entfagen. | Xhrem Beifpiel haben fidh viele Damen angefhloffen. Um jedoch den Konditoreien einen Eriatz für diefe fich wohl bemerfhar madjende Sinbuße zu bieten, find fie auf Die KXdee gefommen, afı Tagen, da die Zeitungen deutfche Siegesnadridhten bringen, arme Rinder mit Süßigkeiten! zu befchenfen,